Erstrunden-Aus von Serena Williams bei Comeback in Wimbledon

Für Serena Williams endete eine emotionale Achterbahnfahrt mit dem Aus © APA/AFP/GLYN KIRK

Das Comeback von Serena Williams auf dem Rasen von Wimbledon ist daneben gegangen. Die 40-jährige US-Amerikanerin musste sich in ihrem ersten Einzel-Match nach einem Jahr Pause der Französin Harmony Tan im Tiebreak des dritten Satzes mit 7:10 beugen. Die Partie auf dem Centre Court war eine emotionale Achterbahnfahrt. Im Gegensatz zu Williams, die sich ihren Traum vom 24. Grand-Slam-Titel erfüllen wollte, hat Rafael Nadal in London weiterhin die Chance auf Nummer 23.

Nach 3:10 Stunden unterlag Williams 5:7,6:1,6:7, sie war weit von ihrer früheren Form entfernt. Die frühere Weltranglisten-Erste hatte am selben Ort vor einem Jahr eine schwere Oberschenkelverletzung erlitten, in der Vorbereitung absolvierte sie nur Doppel-Matches. Mit Grand-Slam-Turniersieg Nummer 24 hätte Williams zu Rekordhalterin Margaret Court aufschließen können. Stattdessen setzte es zum dritten Mal in Folge bereits in der ersten Runde eines Majors eine Niederlage.

Dabei hatte es im Finish gegen Tan sogar gut ausgesehen. Williams, die das Turnier an der Church Road bisher sieben Mal gewonnen hat, lag unter dem Applaus des Publikums im entscheidenden Tiebreak bereits 4:0 vorne, verlor aber doch noch. Schon bei 5:6 und eigenem Aufschlag hatte sie einen Matchball abwehren müssen. Für Tan, die Nummer 115 der Welt, war es der bisher größte Sieg ihrer Karriere.

Auch Nadal, der als Männer-Rekordhalter nur ein Major weniger gewonnen hat als Williams, präsentierte sich beim 6:4,6:3,3:6,6:4 gegen den Argentinier Francisco Cerundolo noch längst nicht in Topform. Die Zuschauer erlebten Anfang des dritten Satzes einen Schreckmoment, als der Spanier ausrutschte und hinfiel. Nadal blieb dabei aber unverletzt. Obwohl er schon mit einem Break vorne lag, gab der 36-Jährige den dritten Satz ab und lag auch im vierten zurück. Nach 3:33 Stunden durfte er am Ende aber jubeln.

„Ich bin sehr froh, hier zurück zu sein“, sagte Nadal nach seinem ersten Spiel in Wimbledon seit 2019. „Es ist kein Untergrund, auf dem wir oft spielen. Die letzten drei Jahre habe ich keinen Fuß auf Rasen gesetzt, deshalb ist jeder Tag ein Test. Und heute war es ein sehr wichtiger.“ Nadal hat mit Melbourne und Paris beide bisherigen Grand-Slam-Turniere der Saison gewonnen. Vor Wimbledon hatte er berichtet, dass sich seine chronischen Schmerzen im linken Fuß durch eine spezielle Therapie gelindert hätten.

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Der Mallorquiner trifft nun auf den Litauer Ricardas Berankis. Das Feld scheint sich für die Nummer zwei des Turniers geöffnet zu haben. In seiner Tableauhälfte mussten die Mitfavoriten Matteo Berrettini und Marin Cilic wegen positiver Corona-Tests zurückziehen. Zudem verlor der als Nummer sechs eingestufte Kanadier Felix Auger Aliassime, der Nadal im French-Open-Viertelfinale fünf Sätze lang gefordert hatte, gegen den Aufschlagriesen Maxime Cressy aus den USA 7:6(5),4:6,6:7(9),6:7(5).

Wie Nadal bestritt auch Ida Swiatek ihr erstes Spiel nach dem French-Open-Titel vor drei Wochen. Die Weltranglisten-Erste hatte mit der Kroatien Jana Fett beim 6:0,6:3 wenig mühe. Die Polin zeigte sich nur zu Beginn des zweiten Satzes unkonzentriert, als sie 1:3 in Rückstand lag und fünf Breakbälle abwehren musste. „Da habe ich ein bisschen meinen Fokus verloren und sie hat das gut genutzt“, meinte die 21-Jährige. Danach gab Swiatek kein Game mehr ab und landete ihren 36. Einzel-Matchsieg in Folge.

Inklusive French Open hat sie zuletzt sechs Turniere in Serie gewonnen. Auf Rasen hat sie bisher allerdings noch nie ein WTA-Finale erreicht. „Es war mein erstes Saisonspiel auf Rasen, also habe ich gewusst, dass es ein wenig schwierig wird“, sagte Swiatek. „Ich bin noch dabei herauszufinden, wie ich hier spielen muss.“ Ihre nächste Gegnerin ist die Niederländerin Lesley Pattinama Kerkhove.

US-Jungstar Cori Gauff hatte nach Satzrückstand gegen die Rumänin Elena Ruse zu kämpfen, siegte nach Satzrückstand aber noch 2:6,6:3,7:5. Die 18-jährige French-Open-Finalistin schien dabei auch von Nick Kyrgios’ lautstarken Eskapaden auf dem nächstgelegenen Court irritiert. Der Australier rang den britischen Wild-Card-Mann Paul Jubb in fünf Sätzen nieder, schoss dabei in Rage über Schiedsrichter, Offizielle und Zuschauer aber unter anderem einen Ball aus dem Stadion.

Nach dem Spiel gab Kyrgios zu, absichtlich in Richtung eines Zuschauers gespuckt zu haben. Dieser habe sich ihm gegenüber respektlos verhalten. „Als ich das Spiel gewonnen hatte, habe ich mich zu ihm gedreht. Ich habe schon so lange mit Hass und Negativität umgehen müssen, deshalb empfinde ich nicht, dass ich dieser Person irgendetwas schulde“, sagte der streitbare 27-Jährige. Nach einem Duell mit dem Serben Filip Krajinovic könnte in der dritten Runde Stefanos Tsitsipas auf ihn warten. Der als Nummer vier gesetzte Grieche rang den Schweizer Alexander Ritschard 7:6(1),6:3,5:7,6:4 nieder.

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