Syrische Regierung rüstet in von Türkei bedrohter Region auf

Die syrische Regierung rüstet ihre Truppen am Rande der von einer türkischen Offensive bedrohten Region Manbij deutlich auf. In den vergangenen zwei Tagen seien Kämpfer und Militärfahrzeuge an die Grenze des Gebiets gebracht worden, das von kurdischen Truppen kontrolliert wird, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag.

“Die Truppen wurden in die Gebiete nahe Manbij geschickt, um einen Angriff der Türkei zu verhindern”, sagte der Leiter der Menschenrechtler, Rami Abdel Rahman, der Deutschen Presse-Agentur.

Regierungsnahe Kreise in Damaskus erklärten der dpa, eine Elitetruppe der Präsidentengarde und Artillerie seien in die Region verlegt worden. Das Gebiet um Manbij steht unter Kontrolle der Kurdenmiliz YPG. Die Türkei sieht die YPG als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte schon lange mit einer Offensive gegen die YPG in der Region Manbij gedroht, diese aber vergangene Woche fürs erste verschoben. Beobachter schätzen, dass ein solcher Angriff durch den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Abzug der US-Truppen in Syrien begünstigt wird. Die US-Truppen kämpften mit den Kurden gegen die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS).

Der deutsche Publizist und Ex-Abgeordnete Jürgen Tödenhöfer übte indes scharfe Kritik am angekündigten US-Abzug. Es handle sich um eine Mischung aus militärischer Niederlage, Feigheit und Verrat, sagte Tödenhöfer am Donnerstag im Deutschlandfunk. Der IS, den die USA ausschalten wollten, formiere sich auf anderer Seite neu. Machthaber al-Assad, den man stürzten wollte, sei immer noch da. Und der Iran, den man durch den Sturz des Assad-Regimes schwächen wollte, sei stärker, weil er in Syrien nun auch militärisch präsent sei. “Das heißt, das ist strategisch gesehen eine Niederlage auf der ganzen Linie.”

Feige nannte Todenhöfer die angebliche Konzentration der US-Strategie auf die Bombardierung von Städten und Dörfern. Das züchte zudem den Terrorismus. “Und natürlich” sei der US-Rückzug “ein Verrat an den Kurden”, auf die sich die USA bisher im Kampf gegen den IS stützen.

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