Tanker wieder auf Fahrt

Großbritannien wies Wunsch der USA ab

Der iranische Tanker mit 2,1 Millionen Fass Rohöl durfte die Küste Gibraltars verlassen und steuert nun Griechenland an.
Der iranische Tanker mit 2,1 Millionen Fass Rohöl durfte die Küste Gibraltars verlassen und steuert nun Griechenland an. © AFP/Bugeja

Seit 4. Juli war der iranische Supertanker vor Gibraltar festgehalten worden. Grund dafür war der Verdacht auf Bruch von EU-Sanktionen gegen das Bürgerkriegsland Syrien.

Wie berichtet hatte ein Gericht inzwischen entschieden, dass keine Voraussetzungen mehr für ein weiteres Festhalten des Tankers, der inzwischen von „Grace 1“ zu „Adrian Darya-1“ umbenannt wurde, vorliegen. Nach der Freigabe hat das Schiff Kurs auf Griechenland genommen.

Damit hat die Regierung des britischen Überseegebiets an der Südspitze der iberischen Halbinsel einen Wunsch der USA abgelehnt. Denn ein US-Bundesgericht hatte ein Ersuchen auf Beschlagnahmung des Schiffs gestellt. Dass die Regierung in Gibraltar dem Drängen aus den USA nicht nachgab, wird als Zeichen gewertet, dass London nicht bereit ist, die US-Strategie des „maximalen Drucks“ auf Teheran zu übernehmen.

Der Iran hatte zuvor zugesichert, das Öl nicht nach Syrien zu liefern – die Ladung wäre ohnehin nie für das Bürgerkriegsland vorgesehen gewesen. Der Iran feiert die Freisetzung seines Tankers als großen diplomatischen Sieg. Unklar bleibt indes, ob das nunmehrige Ziel in Griechenland auch jenes ist, an dem der Tanker seine Ladung von 2,1 Millionen Fass Rohöl löschen wird.

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