Taylor Swift: Folklore

Zu den positiven Seiten der Pandemie gehört, dass Künstler, die ansonsten viel zu beschäftigt für neue Songs gewesen wären, neue Musik schaffen.

Das gilt auch für Taylor Swift, die alle Konzerte für 2020 absagen musste und am Freitag, ein Jahr nach „Lover“, überraschend ein neues Album, „Folklore“, veröffentlicht hat. „Die meisten Dinge, die ich diesen Sommer geplant hatte, fanden nicht statt.

Aber da ist etwas, das ich nicht geplant hatte, das tatsächlich passierte“, kündigte Swift ihr achtes Album nur wenige Stunden vor Veröffentlichung an. Die Platte versammelt 16 ruhige Stücke, die nostalgische Geschichten über alte Jugendlieben und Kindheitsfreunde erzählen.

Das Album ist gespickt mit eingängigen Zeilen, sein Gerüst bilden Piano-Akkorde, im Hintergrund sprudelnde Gitarren und softe Beats. Einige Lieder schrieb der Star mit Songwriter Aaron Dessner, auch dessen Zwillingsbruder Bryce Dessner und Justin Vernon (Bon Iver) wirkten mit. Insgesamt ist „Folklore“ ein klassisches Swift-Album.

Überraschend ist jedoch, dass die politisch engagierte Sängerin komplett auf politische Untertöne und Referenzen zur aktuellen Rassismusdebatte verzichtet. Einzig und allein in „Epiphany“ finden sich Hinweise auf Gegenwärtiges: Im Krankenhaus wird die Hand eines Patienten „durch Plastik“ gehalten. Letztlich ist „Folklore“ das Tagebuch einer Sängerin in Quarantäne.

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