Taylor Swift: Lover

Im Vorfeld des Erscheinens von „Lover“ hat sich Swift erstmals in ihrer über 13-jährigen Karriere politisch positioniert, sich für die US-Demokraten stark gemacht und sich für das Gleichstellungsgesetz „Equality Act“ engagiert.

Gleich in mehreren Songs sind nicht ganz unterschwellig kritische Botschaften an die Regierung Donald Trump untergebracht. Vordergründig geht es auf dem Album aber um Liebe. Es enthält eine ganze Reihe hartnäckig eingängiger, gut komponierter Pop-Hits, größtenteils sind es optimistische Midtempo-Nummern, die sich verschiedener Genres bedienen. Zusammengearbeitet hat Swift auch mit dem Songwriter Jack Antonoff.

Dessen Einfluss hört man in den minimalistischen, fast schleppenden Beats, die man von seiner Arbeit mit der Neuseeländerin Lorde kennt. Wie schon auf ihren Vorgänger-Alben spielt Swift auch auf „Lover“ damit, persönliche Elemente ihres Lebens in das Songmaterial zu integrieren. Etwa, wenn sie über ihre Liebe zu einem „London Boy“ singt, unschwer zu erkennen als der britische Schauspieler, den sie gerade datet. Swift inszeniert sich gerne über eine intime Beziehung zu ihren Fans, die in einer Deluxe-Version ihres Albums auch Kopien handgeschriebener Journale erwerben können.

Dass Swift, zu deren erklärten Fans früher auch Trump gehörte, sich erst jetzt, auf ihrem siebenten Album politisch positioniert, hat ihr Kritik eingebracht, sie tue es nur für Aufmerksamkeit. Am Ende ist sie mit ihren Oden an die (Selbst-)Liebe, Kritik an Sexismus und anonymer Hetze in sozialen Medien für ihr jugendliches Publikum sicher nicht das schlechteste Vorbild.

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