Teure Gasimporte befeuern Handelsdefizit

Weniger Gas importiert, gleichzeitig ein Vielfaches dafür bezahlt © APA/AFP/INA FASSBENDER

Die hohe Inflation und die stark steigenden Gaspreise infolge des Ukraine-Kriegs schlagen auch auf die Handelsbilanz durch. Das wertmäßige Volumen der Einfuhren legte heuer in den ersten fünf Monaten gegenüber der Vorjahresperiode um knapp 24 Prozent auf rund 86,9 Mrd. Euro zu. Die Exporte stiegen um fast 19 Prozent auf rund 79 Mrd. Euro, wie aus vorläufigen Daten der Statistik Austria hervorgeht. Das Außenhandelsdefizit verdoppelte sich von 3,8 auf 7,9 Mrd. Euro.

Im Mai verstärkte sich die Dynamik dieser Entwicklung. Der österreichische Außenhandel habe in dem Monat „weiter an Fahrt gewonnen“, betonte Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas heute, Montag. Der Wert der Exporte wuchs gegenüber dem Vorjahresmonat um knapp 26 Prozent auf rund 16,7 Mrd. Euro. Die Importe schnellten um fast 29 Prozent auf etwa 18,2 Mrd. Euro noch deutlicher nach oben.

„Getrieben wurde diese Entwicklung auch von der Teuerung. Speziell bei den Gasimporten sehen wir, dass der Importwert im Zeitraum Jänner bis Mai 2022 um mehr als 251 Prozent gestiegen ist, während die Importmenge im gleichen Zeitraum um beinahe ein Viertel (23,6 Prozent, Anm.) zurückging“, erklärte Thomas mit Blick auf die Produktgruppe Brennstoffe und Energie und die Untergruppe Gas.

Von Jänner bis Mai 2022 zeigten den Statistikern zufolge alle der zehn wichtigsten Importpartner mit Ausnahme der Schweiz (Importe: minus 0,2 Prozent) Zuwächse. Neben der Steigerung mit Deutschland, Österreichs bedeutendstem Handelspartner (plus 17,6 Prozent), waren dies vorwiegend Anstiege im Handel mit der Russischen Föderation (plus 201,8 Prozent), China (plus 25,6 Prozent) und Tschechien (plus 32,4 Prozent). Exportseitig verzeichneten alle der zehn bedeutendsten Exportpartner Anstiege – mit Deutschland betrug das Plus 14,2 Prozent, mit Italien 26,5 Prozent und mit Ungarn 44,2 Prozent.

Die Importe aus der Ukraine nahmen im Fünfmonatszeitraum um 14,5 Prozent auf 0,5 Mrd. Euro zu. Die wichtigste Importproduktgruppe war hierbei weiterhin „Erze und Metallabfall“. Die Exporte in das in Kriegswirren mit Russland verstrickte Land brachen hingegen um 29,6 Prozent auf knapp 0,2 Mrd. Euro ein. Die wichtigsten Produkte, die dorthin geliefert wurden, waren medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse.

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Österreichs Handel mit der Russischen Föderation wies importseitig ein markantes Plus von 201,8 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro aus. „Dabei war Gas das wichtigste Importgut“, hielt die Statistik Austria fest. Auf der Exportseite kam es hingegen zu einer geringfügigen Abnahme um 4,3 Prozent auf 0,8 Mrd. Euro, mit medizinischen und pharmazeutischen Erzeugnissen als wichtigster Produktgruppe.

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