Teure Geräte, viele Bewerber: Bergrettung sucht Förderer

„Urlaub daheim“ sorgt für Staus am Berg — Helfer erwarten Rekordsaison

Mit knapp 500 Einsätzen verzeichnete die Bergrettung Oberösterreich 2019 ein Rekordjahr — und heuer steuern die Retter auf einen neuerlichen Rekord zu, denn auf den Bergen staut es sich im wahrsten Sinne des Wortes.

„Vor den Klettersteigen am Traunstein oder am Mahdlgupf stehen die Menschen oft Schlange“, sagt Landesleiter Christoph Preimesberger zum VOLKSBLATT. Selbst Landsleute, die während der vergangenen Jahre am Meer urlaubten, wollen nun einmal den Traunstein besteigen. Oft mit unliebsamen Folgen.

Corona-Flaute bereits im Juli aufgeholt

„Die Einsatzflaute während des Corona-Lockdowns haben wir bereits wieder aufgeholt“, sagt Preimesberger. Heißt: Weil eben aktuell die Berge als Alternative zum Auslandsurlaub boomen, steigt auch die Zahl jener, die die Hilfe der Bergretter brauchen. „Oberösterreichweit gibt es derzeit täglich drei bis fünf Einsätze“, so Preimesberger. Zudem wurden heuer bereits 13 Bergtote verzeichnet, im gesamten Jahr 2019 waren es 14.

Viele Einsätze bedeutet für die 830 Bergretter auch viel Materialverschleiß. Dies sorgt aktuell für finanzielle Sorgen. Die Nachkäufe werden nämlich immer teurer, weil immer professioneller.

Mit 8000 Euro schlägt sich etwa eine hochtechnische Trage aus Titan zu Buche, 100 Meter doppeltes Seil kostet immerhin noch um die 1500 Euro. 450.000 Euro betrug das Jahresbudget im Vorjahr, für zwei Drittel davon kamen Förderer auf, für 20 Prozent das Land, der Rest wurde von Bergekosten gedeckt. Heuer könnten die Kosten für den laufenden Betrieb allerdings weiter steigen.

Denn auch ein zweiter Bereich ist kostenintensiv: die Nachwuchsarbeit. „Wir haben zum Glück eine riesen Nachfrage an Mitgliedern, besonders immer mehr Frauen bewerben sich. Doch die Ausbildung kostet“, so Preimesberger, der nun hofft, zusätzliche Förderer zu gewinnen, um weiterhin die gewohnte Hilfe leisten zu können.

Der Landesleiter appelliert aber auch an alle Bergfreunde, zur eigenen Sicherheit die Touren genau zu planen „Wir freuen uns über jeden, der am Berg ist, aber bitte gut vorbereitet“, sagt er und rät auch ganz dringend zu einer Bergekostenversicherung. Denn immer wieder einmal bleiben die Helfer auf den Bergekosten — 414 Euro sind es pro Einsatzstunde — sitzen.

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