TGW Zehnkampf-Union: Bester österreichischer Verein des Jahrzehnts

Beispielhaftes Modell für erfolgreiches Nachwuchs- und Hochleistungstraining

Susanne Walli, Johanna Plank, Julia Schwarzinger und Sarah Lagger (v.l.n.r) hatten bei der TGW Zehnkampf Union die letzten Jahre viel Grund zum Jubeln. © ÖLV/Alfred Nevsimal

Die Leichtathleten kämpfen zwar größtenteils nur für sich selbst, dennoch rückt im Zuge des ÖLV-Cups der Verein in den Mittelpunkt.

Auf Basis von erbrachten Leistungen bei nationalen und internationalen Meisterschaften erlaufen, -springen und -werfen die Sportler aller Altersklassen für ihren Klub Punkte und der Österreichische Leichtathletik Verband (ÖLV) kürt jährlich den Sieger.

2020 stand die TGW Zehnkampf-Union zum siebten Mal in Folge — insgesamt acht Erfolge  — ganz oben im Ranking. Diese beeindruckende Konstanz führte nun auch zur Ehrung als bester österreichischer Leichtathletik-Verein des Jahrzehnts von 2011 bis 2020.

Kinderzehnkämpfe und TGW stieg ein

„Das Engagement von Obmann Roland Werthner und seinem Bruder Georg ist beispielhaft. Sie sind ausgezeichnete Talentescouts, verstehen es ein Team zu formen und Athleten zu entwickeln“, meinte ÖLV-Generalsekretär Helmut Baudis.

Georg Werthner, als Athlet vier Mal bei Olympischen Spielen, bringt enormes Wissen und Erfahrung als Trainer, Sportler und Veranstalter mit. „Ein wichtiger Faktor waren die von uns organisierten Kinderzehnkämpfe. 2010 kam TGW an Bord und das hat uns den nächsten Push gegeben”, erklärte der Gewinner des European Athletics Coaching Award von 2016.

Seit 2000 hat die TGW Zehnkampf-Union 90 Kinderzehnkämpfe organisiert und so über die Jahre einen riesigen Talente- beziehungsweise Athletenpool aufgebaut.

Umfeld für Erfolg schaffen

Roland Werthner beschäftigte sich seit seiner Dissertation mit dem Thema Talentsicherung, entwickelte das Talent-Diagnose-System (TDS) und war immer bestrebt ein Umfeld zu schaffen, in dem Erfolg möglich ist.

„Die sportmotorischen Testungen und Nachwuchsgruppen ab dem sechsten Lebensjahr sind noch immer essenzielle Faktoren für unseren Verein”, sagte der Obmann der TGW Zehnkampf-Union. Hinzu kommt noch die hohe Eigeninitiative aller Beteiligten.

„44 unserer Athleten und Betreuer haben die Instruktorenausbildung abgeschlossen. Das sind wir in Österreich, denke ich, auch ganz gut dabei”, grinste Werthner. Diese fachliche Kompetenz ermöglicht es auch, dass die Athleten zum Teil unter Eigenregie trainieren können.

Verzögerung bei neuer Heimstätte

Nach dem Abriss der Gugl fehlt dem erfolgreichsten österreichischen Verein eine Heimstätte. Im Zuge der politischen Leichtathletik-Offensive 2020 wurde den Linzern erstmals eine eigene zugesichert.

Ursprünglich hätte die renovierte Anlage bei der Pädagogischen Hochschule der TGW Zehnkampf-Union im Sommer 2021 schon zur Verfügung stehen sollen. Nach der problematischen Fällung von Bäumen kommt es erst jetzt zur Bauverhandlung und die Athleten können die Heimstätte verspätet im Frühjahr 2022 einweihen.

Ungebrochene Talentschmiede

326 österreichische Meistertitel und sieben Medaillen bei Großveranstaltungen im Jugend- und Juniorenbereich seit 2011 sprechen eine eindrucksvolle Sprache.

Siebenkämpferin Sarah Lagger und 400-Meter-Läuferin Susanne Walli sind Beispiele wie Kinder aus den Nachwuchsgruppen ins internationale Spitzenfeld vorstoßen können.

Mit Matthias Lasch (österreichischer U18-Rekord im Hallen-Mehrkampf), Alexander Auer (U18-EM-Limit im Stabhochsprung), Johanna Plank (U18-EM-Bronze über 100 Meter Hürden) und Endi Kingley (15-facher U18-Meister) sind die nächsten Talente am Sprung in den Erwachsenenbereich.

Von Daniel Gruber

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