Thalheimer will mit „besten Boards der Welt“ die Skate-Szene revolutionieren

Mangels guter Produkte am Markt schuf Peter Karacsonyi die Marke „Kape“

Peter Karacsonyi, Gründer von Kape, verfolgt seit 2013 zielstrebig seine Vision.
Peter Karacsonyi, Gründer von Kape, verfolgt seit 2013 zielstrebig seine Vision. © Christoph Weiermair

Von Andreas Huber

Die „besten Skateboards der Welt“. Es ist ein hoch gestecktes Ziel, das sich Peter Karacsonyi als Gründer der Marke „Kape“ gesetzt hat. Der aus Thalheim bei Wels stammende 26-Jährige begann im Jahr 2013 an einer Alternative zu den am Markt vorhandenen Boards zu arbeiten. „Ich habe nie wirklich verstanden, warum Skateboards immer noch aus Holz hergestellt wurden, wenn es doch viel bessere Materialien gibt, welche die Boards stabiler und vor allem langlebiger machen würden“, so Karacsonyi im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. Nach anfänglicher Eigenproduktion mit Presse und eigens entwickelter Pressform sowie gleichzeitig ansteigender Nachfrage, nahm man sich schließlich 2016 einen ersten Fertigungspartner an Bord. Während dieser „Ankurbelungsphase“ begann der junge Thalheimer in Wien auch ein Studium der Sportgerätetechnik. Sein Studienkollege Daniel Jahn wurde in weiterer Folge sein erster Mitarbeiter und ist bis heute „Partner in Crime“. Ende des Jahres 2016 konnte in „Blue Tomato“ ein gewichtiger Handelspartner gefunden werden. 2017 wurde dann mit „Carboslick“ eine neue Technologie vorgestellt; alles in einer Zeit, in der die Fertigung immer wieder mit Qualitätsproblemen zu kämpfen hatte. Dann stellte sich Kape neu auf: Seit 2018 arbeitet man mit der Firma Keil-Ski in Salzburg zusammen – dem größten Snowboardhersteller Österreichs, der auch die High-End-Boards für die Marke Burton produziert.

Kohlefaser, Polyamid und Glasfaser anstatt Holz

Hochwertige Materialien wie Kohlefaser, Polyamid, Glasfaser und speziell behandeltem, kanadischem Ahorn – mit Epoxid-Harz zusammengeklebt – sollen dabei für den entsprechenden Mehrwert sorgen. „Die Materialien sind teuer, daher kosten unsere Boards in der Herstellung das fünf- bis sechsfache von Holzboards. Am Markt wollen wir jedoch die Preise so gering wie möglich halten. Unsere Boards kosten daher ungefähr doppelt so viel wie handelsübliche.“ Was den Verkauf betrifft, so sei der Einstieg in den wichtigen US-Markt das nächste große Ziel. Um den Markenwert in der Skate-Industrie zu steigern, arbeitet man mit namhaften Szenen-Größen zusammen – darunter Philipp Josephu aus Österreich und der Schweizer Athlet Simon Stricker – aber der Oberösterreicher denkt in globaleren Bahnen …

Tony Hawk zeigte sich „extrem begeistert“

So kam es, dass er im vergangenen Sommer nach Kalifornien flog, um sich mit Skateboard-Legende Tony Hawk zu treffen, ihm die Kape-Boards zu zeigen und mit ihm über seine Vision einer „Industrierevolution“ zu sprechen. Nach ausgiebigem Testen zeigte sich Hawk „extrem begeistert“, so Karacsonyi. Eine Kooperation mit ihm werde wohl im kommenden Jahr so richtig anlaufen, dann soll nämlich das gänzlich neue, weiterentwickelte Skate-Flagschiff in Serienfertigung gehen. Momentan sei man diesbezüglich noch in der Prototypen-Phase. Bis der nächste Qualitätssprung geschafft ist, bäckt man einstweilen kleinere Brötchen: Speziell entwickelte T-Shirts von Kape erreichen den Markt bereits Ende Juni, Anfang Juli. „Irgendwann wollen wir ja das ,Burton’ der Skateboards werden, also ein Komplettanbieter. Aber eins nach dem anderen.“

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