The National: I Am Easy To Find (4AD)

The National hatten schon immer einen cineastischen Zugang: Die Musik der US-Gruppe um Sänger Matt Berninger, die sich in den vergangenen Jahren vom Indie-Geheimtipp zur Konsensband für allerlei Geschmäcker gemausert hat, war stets weit, offen und üppig. Für „I Am Easy To Find“ ist man nun noch einen Schritt weitergegangen und stellt der Platte einen Kurzfilm zur Seite.

Ausgegangen ist die Idee von Regisseur Mike Mills (Oscar-nominiert für das Drehbuch von „Jahrhundertfrauen“). Er wollte unbedingt mit The National zusammenarbeiten, und so tat man sich bereits 2017 zusammen, um erste Ideen auszutauschen. Songs und Film, sie gingen in der Folge Hand in Hand. Im Kern geht es um das Leben selbst, mit allen Höhen und Tiefen, Nebensächlichkeiten und schwerwiegenden Entscheidungen. Was auf Platte äußerst reichhaltig ausfällt — die 16 Songs kommen auf eine Spielzeit von über einer Stunde —, begegnet uns im Schwarz-Weiß-Film in kurzen 26 Minuten.

An Oscar-Preisträgerin Alicia Vikander liegt es, in dieser Zeit ein ganzes Leben durchzuspielen. Die lose aneinandergereihten Songs von The National, die den Soundtrack liefern und für eine reichlich melancholische Atmosphäre sorgen, dringen dabei wie nebenbei ans Ohr. Mal werden Wörter aus dem Film aufgenommen, mal scheint es umgekehrt.

Das Quintett hat sich viele Gastsängerinnen geladen. Die Auswahl reicht von Lisa Hannigan über Sharon Van Etten bis zu Gail Ann Dorsey, die lange Zeit in der Band von David Bowie war.

Wie ist Ihre Meinung?