Thiem bei ATP Finals in Gruppe mit Nadal, Tsitsipas, Rublew

Dominic Thiem erhält bei den ATP Finals in London eine Chance zur Revanche. Österreichs Tennis-Star trifft zum Auftakt der Gruppenphase in einer Neuauflage des Vorjahresfinales am Sonntag auf Titelverteidiger Stefanos Tsitsipas. Die weiteren Gegner in der Gruppe „London 2020“ sind French-Open-Sieger Rafael Nadal und Debütant Andrej Rublew aus Russland. Das ergab die Auslosung am Donnerstagabend.

Die weiteren Gruppenpartien von Thiem steigen am Dienstag und Donnerstag. Halbfinale und Finale folgen nächsten Samstag bzw. Sonntag.

Thiem hatte sich Tsitsipas im Finale 2019 nach Satzführung mit 7:6(6),2:6,6:7(4) beugen müssen. Seine Gesamtbilanz gegen den Griechen steht bei 4:3 Siegen. Gegen Nadal, der trotz 20 Grand-Slam-Titeln noch auf seinen ersten Triumph bei den ATP Finals wartet, hat der Niederösterreicher von 14 Partien fünf gewonnen. Im Head-to-Head mit Rublew, den Thiem nach fünf Turniersiegen 2020, darunter in der Wiener Stadthalle, als Geheimfavoriten für die ATP Finals sieht, steht es 2:2.

In der zweiten Vierergruppe „Tokio 1970“ kämpfen der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic aus Serbien, der Russe Daniil Medwedew, der Deutsche Alexander Zverev und der wie Rublew erstmals qualifizierte Argentinier Diego Schwartzman um die beiden Semifinaltickets. Der Gruppenname ist eine Reminiszenz an die Erstaustragung des Finalturniers vor 50 Jahren. In dieser Saison geht es zum zwölften und vorerst letzten Mal in London über die Bühne. Ab 2021 küren die acht besten Tennisspieler der Saison in Turin ihren Jahressieger.

Thiem kam bereits am Mittwochabend in der britischen Hauptstadt an – am Tag, nachdem er sich in der Heimat erstmals die Trophäe für Österreichs „Sportler des Jahres“ abgeholt hatte. „Das letzte Ziel 2020, die Erinnerungen ans Vorjahr sind gut“, erklärte der 27-Jährige auf seiner Website. Damals besiegte Thiem in der Gruppenphase den diesmal nach zwei Knie-Operationen fehlenden Roger Federer und Djokovic sowie im Halbfinale Zverev, ehe es in einem Krimi gegen Tsitsipas nur knapp nicht reichte.

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„Nur wenige Punkte entschieden zwischen Himmel und Hölle in der Tenniswelt“, erinnerte Thiem an das Duell, das vor Jahresfrist noch vor Zuschauern über die Bühne gegangen war. Diesmal wird auch das Saisonfinale wegen der Coronavirus-Pandemie zum „Geister“-Turnier. Strenge Hygienevorschriften begleiten die Profis. Das Gesamtpreisgeld wurde von 9 Millionen Dollar im Vorjahr auf 5,7 Millionen Dollar gekürzt. Für jeden Vorrundensieg warten dennoch 153.000 Dollar und 200 ATP-Punkte.

Das Vorjahresfinale war das bisher letzte Duell Thiems mit dem erst 22 Jahre jungen Tsitsipas. Mit Nadal hat er es seit seinem Viertelfinal-Sieg bei den Australian Open im Jänner – also noch vor der Corona-Pause – ebenfalls nicht mehr zu tun bekommen. Gegen Rublew dagegen kam auf dem Weg zu dessen Wien-Titel erst vor zwei Wochen das Aus.

Thiem war bei der Zwei-Satz-Niederlage im Viertelfinale seines Heimturniers aber von Problemen mit der Fußsohle beeinträchtigt gewesen. Diese sollen mittlerweile überstanden sein. „Ich habe die letzten Tage eigentlich richtig gut trainiert“, sagte der Lichtenwörther in einem Sky-Interview. Er freue sich auf seine fünfte Finals-Teilnahme in Folge. „Natürlich ist es ein sehr spezielles Turnier. Letztes Jahr war Wahnsinn.“

Neben Nadal und Djokovic hält der US-Open-Sieger die Russen Medwedew (24) und Rublew (23) für die Favoriten auf den Turniersieg. „Rublew ist ein extrem heißer Kandidat, weil er quasi das ganze Jahr über in absoluter Topform spielt“, sagte Thiem über seinen Gruppengegner. „Er hat sogar noch eine Schippe draufgelegt seit dem Comeback der ATP Tour.“

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