Thiem beim Erste Bank Open vor großer Herausforderung

Seinen nach den US Open “definitiv wertvollsten Titel” hat Dominic Thiem vor einem Jahr in der Wiener Stadthalle gewonnen. Der Sieg bei seinem Heimturnier, dem Erste Bank Open, bedeutete einen Meilenstein in der Karriere des Tennis-Stars. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Titelverteidigung sind aus mehreren Gründen nicht die besten: Vor allem die enorm starke Besetzung mit insgesamt sieben Top-Ten-Spielern, allen voran Novak Djokovic, macht es für Thiem sehr schwer.

“Sieben Top-Ten-Spieler, cut-off unter 30, von dem her ist quasi jede Runde ein Finale”, erklärte Thiem am Donnerstag anlässlich der Eröffnung seiner neuen Trainings-Homebase in Traiskirchen. “Ich kann in der ersten Runde gegen Top-15-Spieler spielen und wenn man weit kommen will gegen weitere Top-15-Spieler. Das ist von der Wertigkeit her wie ein Masters.”

Das wegen der Coronavirus-Pandemie schon vorzeitig abgesagte Konkurrenz-Turnier in Basel, wie Wien ein ATP-500-Turnier, zieht diesmal keine Top-Ten-Spieler in die Schweiz. Der große Haken ist allerdings, dass Thiem im Gegensatz zum Vorjahr, keine ausverkaufte Halle hinter sich haben wird.

“Letztes Jahr war der blanke Wahnsinn. Ich glaube, dass jedes Match ausverkauft war. Ich kann mich vor allem an das Semifinale und Finale erinnern. Vor einer besseren Stimmung habe ich davor und danach nie mehr gespielt”, erinnert sich Thiem. Seine Fans hätten den Niederösterreicher, der erstmals als Grand-Slam-Sieger in Österreich spielt, wohl gerne gefeiert, doch die Pandemie schafft eine absurde Situation: Wien wird das bestbesetzte Turnier seit dem Start des Events 1974 haben, aber dies vor so wenigen Zuschauern wie nie zuvor.

Mit Novak Djokovic kommt erstmals seit 13 Jahren ein absoluter Superstar zum dritten Mal nach Wien: 2006 im Achtelfinale out, 2007 Turniersieger. Das Traumfinale wäre auch eine Wiederholung des Endspiels der diesjährigen Australian Open. Djokovic hatte damals Dominic Thiem nach 1:2-Satzrückstand noch in fünf Sätzen niedergerungen.

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Dass eine Titelverteidigung vor allem wegen des starken Felds und auch nach den Strapazen der zwei Grand-Slam-Turniere fast unmittelbar nacheinander für Thiem besonders schwer wird, ist ihm klar. Seinen “wertvollsten Titel nach den US Open” gleich verteidigen zu können, scheint er nicht unbedingt zu erwarten. “Ich hoffe, dass ich es irgendwann wiederholen kann.”

Thiem hofft bis zu seinem ersten Auftritt am Dienstag (“Thiemstag”) noch auf gute Trainingstage, seit Freitag ist der 27-jährige Niederösterreicher in der Sicherheits-“Bubble”. Das bedeutet, Aufenthalt nur im Hotel, der Anlage und geschützten Bereichen und diesmal keinen “Heimschläfer”. “Es wird ein bisserl anders werden als in den letzten Jahren, aber trotzdem ist es das Heimturnier, und da habe ich unglaubliche Erinnerungen.”

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