Thiem pirscht sich mit kleinen Verbesserungsschritten heran

Es ist nicht leicht für Dominic Thiem, im Profitennis wieder so richtig Fuß zu fassen. Der 17-fache ATP-Turniersieger, vierfache Major-Finalist und US-Open-Sieger 2020 hat am Montagabend in Rom auch bei seinem fünften Auftritt nach seiner langen Auszeit wegen einer Handgelenksverletzung verloren. Doch nicht nur der Teufel, sondern auch die Hoffnung liegt bei Thiem im Detail: Denn in kleinen Verbesserungsschritten pirscht sich der 28-jährige Niederösterreicher langsam zurück.

Zurück in jene Sphären, als er drei Jahre lang zweitbester Sandplatz-Spieler hinter Rafael Nadal war und er auch große Erfolge auf Hartplatz gefeiert hatte. 280 Tage Pause mit vielen Rückschlägen haben Thiem verunsichert, erst langsam musste er wieder Vertrauen in sein rechtes Handgelenk bekommen. Und dies zeigte sich in den ersten Matches vor allem auch bei der Vorhand. Während die einhändige Bilderbuch-Rückhand schon wie in besten Zeiten funktioniert, fehlt beim eigentlich wichtigsten Schlag Thiems noch das letzte, für die Gegner gefährliche Alzerl.

In Rom kehrte der Spaß trotz Niederlage zurück. „Ich habe immer mehr Spaß gehabt im Vergleich zu den letzten Wochen, einfach weil alles immer besser funktioniert“, stellte Thiem fest. „Es ist langsam so, dass ich mich besser bewege, dass ich die Bälle wieder rauslaufe, dass ich die Vorhand wieder durchziehe, dass ich Winner mit der Vorhand spiele – langsam beginnen die Dinge wieder zu funktionieren, die Spaß machen.“ So wie in Belgrad oder Estoril, so mache ihm Tennis überhaupt keinen Spaß. „Wenn man nur irgendwie schaut, dass der Ball reingeht“, präzisierte Thiem.

Teilweise würden ihm noch Fehler passieren, die auf diesem Level nicht passieren dürften. „Im Tiebreak, wenn es enger wird, wenn ich ein bisserl die Lockerheit verliere, dann beginnt die Vorhand noch zu sehr zu streuen. Aber das muss ich akzeptieren.“ Thiem hatte schon vor Wochen von sich und wohl auch seinen Fans Geduld eingefordert. „Es ist natürlich richtig bitter: eine weitere Erstrundenniederlage und das Turnier wieder am Montag zu verlassen. Es bleibt mir nichts anderes übrig als positiv in die nächste Woche zu gehen.“

Was Thiem bisher fehlt? „Ich muss ein Match beginnen, in dem ich vorne weg spiele, in dem mir das erste Break gelingt und ich den ersten Satz gewinne. Dann schaut die Sache auch anders aus.“ Bei seinen bisherigen Auftritten sei er die meiste Zeit hinterhergelaufen.

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„Heute hätte ich den zweiten Satz eh fast gedreht“, blickte Thiem nochmals auf das 4:6,6:7(5) gegen Fabio Fognini zurück. Da hatte er schon zuvor einen Matchball abgewehrt und sich ins Tiebreak gekämpft. Das Gefühl, mit dem er aus Rom abreiste, war daher besser als jenes nach der Niederlage gegen Andy Murray in der Vorwoche in Madrid.

Es sein nun aber einmal der „harte Weg“ für den er sich entschieden habe. „Ich hätte auch sagen können, dass ich noch voll trainiere oder bei kleineren Turnieren beginne. Aber ich glaube auch, dass das der Weg ist, auf dem ich mich am schnellsten verbessere und am schnellsten an das Level anschließe.“

Die nächste Station für Thiem und gleichzeitig die Generalprobe für die French Open in Paris ist das ATP-250-Turnier in Genf. „Ich brauche Matches, ich brauche auch Trainings mit den Topspielern, die bekomme ich in Genf.“

Bezüglich Paris macht sich Thiem keine Illusionen: „Es ist nicht so wie in den letzten Jahren, dass ich in Roland Garros einer der Topfavoriten bin. Ich wäre heilfroh, wenn ich ein, zwei Runden gewinnen würde.“ Aber allzu weit weg sieht er sich auch nicht. „Es fehlt überall noch ein bisserl was. Wenn ich das aufholen kann, passt es eh wieder. Ich muss mir Zeit geben.“

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