Thiems gefundene Hartplatz-Liebe als Erfolgsschlüssel

Für Dominic Thiem geht es am Sonntag (nicht vor 15.00 Uhr) bei den ATP Finals gleich zum Turnierauftakt in die Wiederholung des Vorjahres-Endspiels. Gegen Stefanos Tsitsipas möchte Thiem sofort sein bestes Tennis zeigen, doch mit dem US-Open-Titel im Rücken hat der Niederösterreicher noch mehr Selbstvertrauen auf Hartplatz gesammelt.

„Die Resultate seit spät im Jahr 2019 bis heute waren besser auf Hartplatz und die meisten Teile meines Spiels passen sogar besser als auf Sandplatz“, erklärte Thiem, der seit dem Masters-1000-Triumph in Indian Wells 2019 im gleichen Jahr auch in Peking und Wien triumphiert hatte. Dann kam das Endspiel bei den ATP Finals vor einem Jahr sowie im vergangenen Jänner das knapp verlorene Finale bei den Australian Open. Und schließlich der Triumph in Flushing Meadows. „Ich fühle mich jetzt fast gleich auf beiden Belägen“, bestätigte Thiem.

Einer von vielen Gründen für die Steigerung ist wohl auch das nun gefundene Set-up. „Ich habe schon relativ lange gebraucht, bis ich den perfekten Schläger und die perfekte Saite gefunden habe. Der Schläger taugt mir schon seit drei, vier Jahren, mit der Saite habe ich länger herumgetan“, schilderte Thiem im Vorfeld seines ersten London-Einsatzes. Dank der Entwicklung einer neuen Tennis-Saite seines Herstellers Babolat passe es „nun auch da perfekt“.

Thiem verriet auch, dass er nun, egal auf welcher Meereshöhe er spiele, seine Bespannungshärte gar nicht mehr verändert. „Ich will die immer gleich spielen. Wenn ich härter bespanne, und dann die ersten Bälle nicht über den ‚half court‘ spiele, dann drehe ich völlig durch.“

Ein letztes Mal in diesem Jahr befinden sich Thiem und die anderen Tennis-Stars in der „Bubble“. In einem Hotel direkt neben der O2-Arena residieren sie diesmal. Eigentlich ein Fünf-Minuten-Marsch, aber nicht einmal diesen dürfen die Spieler gehen. „Ich habe noch keinen Nicht-Tennis-Menschen im Hotel gesehen. Es ist alles sehr, sehr streng und kommt schon fast an New York heran. Wir dürfen nur zu zweit am Tisch sitzen oder zu viert, wenn fünf Meter Platz dazwischen sind“, berichtete der Weltranglisten-Dritte. Er hofft, dass sich das bald ändert. „Hoffentlich war es das mit dem ganz strengen Leben nach dieser Woche. Aber man weiß es nicht.“

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Thiem, der früher als absoluter Viel-Spieler auf der Tour galt, fühlt sich wegen der Coronavirus-Pause frisch wie selten. „Dieses Jahr hat viele Seiten. Letztes Jahr habe ich nach diesem Turnier unbedingt Ferien gebraucht, musste mich erholen, das war dringend. Dieses Jahr fühle ich mich mental und körperlich großartig, ich könnte wahrscheinlich nach dieser Woche sofort nach Australien fliegen“, glaubt Thiem. Allerdings habe dieses „Bubble“-Leben mit reinem Fokus auf Hotel und Tennisanlage auch Tribut gefordert. „Das macht dich auch müde. Ich werde versuchen, die Batterien so gut wie möglich aufzuladen nach diesem Turnier.“

Dann geht es womöglich schon am 14. Dezember so früh wie nie nach Australien – in die nächste Quarantäne samt „Bubble“. Seine Saisonvorbereitung wird Thiem jedenfalls in „down under“ bestreiten.

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