Thomas Bernhard’sche Festwochen

Schriftsteller dominiert heuer das Kulturprogramm rund um den Traunsee

Birgit Minichmayr liest aus „Alte Meister“ von Thomas Bernhard.
Birgit Minichmayr liest aus „Alte Meister“ von Thomas Bernhard. © William Minke

Die Salzkammergut Festwochen Gmunden, heuer von 4. Juli bis 17. August, bringen unter der neuen Leitung von Johanna Mitterbauer, Christian Hieke und Oswald Trauttenberg ein durchaus vielfältiges, aber dennoch stark themenbezogenes, stringentes Kulturprogramm an den Traunsee.

Anlässlich des 30-jährigen Todestages von Thomas Bernhard widmet sich der diesjährige Literaturschwerpunkt intensiv dem Schaffen des umstrittenen österreichischen Schriftstellers. Für Gmundens Bürgermeister Stefan Krapf sind die Festwochen „ein Leuchtturm der kulturellen Entwicklung im Salzkammergut“, wie er gestern bei der offiziellen Programmpräsentation im Stadttheater betonte.

Geballte Ladung Bernhard mit viel Prominenz

Der Bernhard’sche Schwerpunkt startet dabei am 21. Juli, wo am Abend Herbert Föttinger aus Bernhards Roman „Frost“ im Ohlsdorfer Haus des 1989 verstorbenen Autors lesen wird. Ebenso im Bernhard-Haus in der kleinen Gemeinde wird am 26.7. Hermann Beil vortragen, und zwar aus Thomas Bernhards „Der Stimmenimitator“.

Geballte Ladung Bernhard bekommt man dann ab 31.7. serviert. Den Anfang setzt man dabei im Stadttheater Gmunden: Klaus Maria Brandauer (statt ursprünglich Claus Peymann) und Hermann Beil tragen aus „Einfach kompliziert – der Dichter und sein Verleger“ vor. Am 1. August sind dann Beil, David Schalko, Sepp Schellhorn und Krista Fleischmann im Stadttheater zur Diskussion „Ein negativer Nationaldichter?“ geladen. Tags darauf lesen am selben Ort Tamara Metelka und Nicholas Ofczarek aus „Der österreichische Staatspreis für Literatur“ („Meine Preise“).

Eine Lesung mit Musik gibt es dann am 3.8.: Im Thomas Bernhard-Haus Ohlsdorf geben Michael Maertens und das Merlin Ensemble Wien „Thomas Bernhards Zauberflötentraum“ zum Besten. Einen Tag später präsentiert Lukas Kummer dort seine Graphic Novel „Die Ursache“, im Anschluss daran wird Martin Schwab aus „Die Macht der Gewohnheit“ lesen. Am 6.8. beehrt schließlich Birgit Minichmayr mit einer Lesung aus „Alte Meister“ das Stadttheater.

Mit einem Konzert am 7.8. wird dann der große literarische Schwerpunkt musikalisch abgeschlossen: Das Minetti Quartett bringt mit „Thomas Bernhard und seine Musik“ den Besuchern Beethoven, Schostakovich und Schubert näher.

Und was gibt es abseits von Bernhard? Hier ist durchaus Vielfalt angesagt …

Markus Poschner bringt Bruckner nach Vorchdorf

Für den Auftakt des Festivalreigens sorgt heuer die klassische Musik: Markus Poschner wird mit seinem Bruckner Orchester Linz die Kitzmantelfabrik Vorchdorf verzaubern – mit Bruckners siebter Sinfonie. Offiziell eröffnet werden die Festwochen am 9.7. mit dem Konzert „Gold“ von Mnozil Brass im Toscana Congress Gmunden.

Am 11.7. bespielen Ernst Molden und das Frauenorchester das Schloss Eggenberg in Vorchdorf. Einen Tag später eröffnet Christian Ludwig Attersee seine Ausstellung „Zeustränke – Eine Heimatverschiebung“ in der Galerie 422. Familienprogramm gibt es am 24.7., wenn in der Hipphalle Gmunden das Puppentheater Tiflis mit „Am Anfang war das Wort“ Kinder ab drei Jahren begeistern soll. Tags darauf ist am selben Ort mit „Let’s take a Selfie“ eine Ausstellung von Bianca Kiso bei freiem Eintritt zu sehen, wo Werkstücke der Enkaustik gezeigt werden.

Jazz-Perlen gastieren im Stadttheater Gmunden

Jazz gibt es heuer im Stadttheater zu erleben: Am 20.7. kommen Mathias Rüegg & Lia Pale mit „The Brahms Songbook“ und am 15.8. wird Shake Stew mit Lukas Kran-zelbinder das neue Album „Rise and Rise again“ präsentieren. Christoph Sietzen und das Wave Quartett werden schließlich als Festivalausklang am 17.8. im Toscana Congress mit ihrer Multiperkussion-Show zu sehen sein.

Christoph Ransmayr kommt im Herbst

Ein anderer, ganz Großer der österreichischen Literatur, beehrt schließlich im Herbst beim „Blätterrauschen“ die Stadt am Traunsee: Christoph Ransmayr liest am 19. Oktober im Stadttheater aus seinem noch unveröffentlichten Buch „Arznei gegen die Sterblichkeit“.hu

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