Thunberg und Mitstreiterinnen machen Druck auf die EU

Vor dem EU-Gipfel haben Greta Thunberg und weitere Aktivistinnen der Bewegung Fridays for Future die Staaten zu deutlich mehr Klimaschutz aufgefordert. „Die Klimakrise ist immer noch kein einziges Mal wie eine Krise behandelt worden“, sagte die Schwedin Thunberg am Dienstag. „Was an Handeln notwendig ist, ist nirgends in Sicht. Es sind immer noch nur leere Worte und Versprechen.“

Die EU-Staaten hätten vor fünf Jahren das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet. „Jetzt ist es Zeit, dass Europas Anführer ihre Versprechen einlösen.“ Es gehe nicht um eine künftige Krise, Menschen litten schon jetzt. „Lasst uns hieraus einen Wendepunkt machen.“ Thunberg kritisierte, dass es zurzeit vor allem um langfristige Ziele für 2030 oder 2050 gehe. Es brauche aber jährliche, verpflichtende Treibhausgas-Budgets, sagte sie. Man müsse heute anfangen, den Treibhausgas-Ausstoß zu reduzieren. „Es gibt keine magischen Zahlen wie: 80 Prozent Reduzierung ist ausreichend“, sagte sie.

Ziel der EU-Kommission und auch Deutschlands ist es, das EU-Ziel für 2030 zu erhöhen auf 55 Prozent weniger CO2 als 1990. Bisher war das Ziel 40 Prozent.

Für Freitag hat Fridays for Future weltweit zu Demonstrationen und Protestaktionen aufgerufen. Einen Tag später haben Staats- und Regierungschefs auf einem virtuellen Klimagipfel die Gelegenheit, ihre Ziele und Fortschritte beim Klimaschutz vorzustellen. Es werde online und offline demonstriert, sagte die deutsche Aktivistin Leonie Bremer. Zudem seien Online-Seminare geplant. Natürlich werde man sich an die Auflagen im Kampf gegen die Coronakrise halten.

Die Aktivistinnen Dominika Lasota aus Polen und Lili Aschenbrenner aus Ungarn kritisierten, dass ihre Regierungen die EU-Klimaverhandlungen ausbremsten. Sie repräsentierten aber nicht die gesamte Bevölkerung, betonten beide.

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