Tiefe Trauer um Hypo-OÖ-Chef Andreas Mitterlehner

Der promovierte Jurist lenkte 16 Jahre die Geschicke seiner Bank – Er verstarb überraschend im Alter von 58 Jahren

Der langjährige Chef der Hypo Landesbank Oberösterreich Andreas Mitterlehner ist in der Nacht auf Donnerstag völlig überraschend im 59. Lebensjahr an Herzversagen verstorben.

„Der Aufsichtsrat, der Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank verlieren mit Andreas Mitterlehner einen außerordentlichen und hochprofessionellen Manager, eine allseits beliebte Führungskraft und viele von ihnen auch einen guten Freund und in jedem Fall einen besonderen Menschen. Die gesamte Belegschaft drückt seiner Gattin, Michaela Keplinger-Mitterlehner und der gesamten Familie die tief empfundene Anteilnahme aus“, heißt es in einer offiziellen Pressemitteilung der Bank.

Seit 2004 an der Spitze der Hypo Oberösterreich

Mitterlehner wurde am 21.12.1960 in Haslach im Mühlviertel geboren und wuchs gemeinsam mit seinen Eltern und Geschwistern in der Gemeinde Ahorn auf. Er ist der Bruder des ehemaligen Vizekanzlers Reinhold Mitterlehner und des Chefs des Landeskriminalamts Oberösterreich, Gottfried Mitterlehner. Andreas Mitterlehner war mit der Stellvertretenden Generaldirektorin der Raiffeisenlandesbank OÖ Michaela Keplinger-Mitterlehner verheiratet.

Bankkarriere startete bei Raiffeisenlandesbank

Seine Bankkarriere startete der promovierte Jurist bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, wo er 1995 zum Leiter des Kommerzkundenbereiches bestellt wurde und 1997 auch die Leitung über den Bereich Industriekunden übernahm. 1999 wurde Andreas Mitterlehner in den Vorstand der Hypo Salzburg berufen und im Jahr 2000 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Im Jänner 2004 folgte der Wechsel an die Spitze der Hypo Oberösterreich, die er 16 Jahre lang erfolgreich leitete. „Trotz Finanzmarktkrise und Heta-Thematik ist die HYPO Oberösterreich seit vielen Jahren die bestbewertete Universalbank Österreichs und verfügt am heimischen Bankenmarkt über eine ausgezeichnete Marktpositionierung“, heißt es in einer Presseaussendung.

Große Betroffenheit

Die Betroffenheit über den Tod Mitterlehners ist groß. „Andreas Mitterlehner war nicht nur ein erfolgreicher Manager, sondern vor allem auch ein engagierter und liebenswürdiger Mensch. Sein Tod trifft mich persönlich sehr. Er hat nicht nur die Hypo Oberösterreich ganz entscheidend mitgeprägt und erfolgreich durch die Finanzkrise geführt, er hat auch intensiv zur Stärkung und Absicherung der heimischen Wirtschaft und unserer Leitbetriebe in Oberösterreich beigetragen. Mein aufrichtiges Beileid und tiefes Mitgefühl zum unerwarteten Verlust von Andreas Mitterlehner gilt seiner Frau Michaela, seinen Angehörigen und Freunden“, kondolierte Landeshauptmann Thomas Stelzer. OÖ verliere einen „bedeutenden Gestalter“.

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Auch Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner zeigte sich tief erschüttert: „Andreas Mitterlehner war ein langjähriger Freund und hochgeschätzter Manager-Kollege. Noch am Wochenende waren wir zusammen, sein plötzlicher Tod reißt eine Lücke und macht mich tief betroffen.“

Bei der Sparkasse Oberösterreich würdigte man Mitterlehner als „Bankmanagerkollegen mit Handschlagqualität und Weitblick

Auch bei der VKB lobte man Mitterlehners Weitblick: „Sein Weitblick und seine Umsicht sind für uns ein großes Vorbild. Vor allem auch, weil er uns alle durch seine Menschlichkeit berührt und bewegt hat und uns als Freund begegnet ist“, so die VKB OÖ. Als „höchst kompetenten Manager und äußerst liebenswerten Mitgestalter “ beschrieb WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer Mitterlehner. Die Ärztekammer OÖ trauert um „einen verlässlichen Partner, der sich für die Anliegen der oberösterreichischen Ärzteschaft engagierte und immer ein offenes Ohr hatte“.

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