ÖSV-Damen müssen sich für Crans-Montana-Podest strecken

Die Voraussetzungen für einen österreichischen Abfahrtspodestplatz wie zuletzt in St. Anton scheinen am Freitag und Samstag in Crans-Montana für Österreichs Ski-Damen nicht so günstig zu sein. Tamara Tippler als Zweite vom Arlberg war am Donnerstag im Training wie am Vortag beste Österreicherin, Platz sechs nach Rang 13 lässt sie aber nicht zum engsten Favoritinnenkreis zählen. Ihr Rückstand auf die norwegische Trainingsschnellste Kajsa Vickhoff Lie betrug 0,76 Sekunden.

Die Steirerin bestätigte nachher, dass die Form nach wie vor da sei. „Das Selbstvertrauen passt nach St. Anton“, sagte die 29-Jährige. Der Blick gehe nach vorne, auch die Piste sei besser als noch am Mittwoch gewesen. Ziemlicher Wind und diffuses Licht sorgten für etwas diffizile Verhältnisse während der Übungsfahrt. Der Wind könnte laut Prognosen am Freitag zum Problem werden, die Abfahrt daher eventuell von 10.00 auf die Zeit nach der Kitzbühel-Abfahrt der Herren (11.30) verschoben werden müssen.

Nina Ortlieb würde dafür nur ihren Fernsehplan umstellen müssen. Die Vorarlbergerin war am Mittwoch schwer gestürzt, zog sich dabei einen vorderen Kreuzband-, Innenband-, Außenmeniskus- und Patellasehenriss im rechten Knie zu. Die 24-Jährige wurde noch am Mittwoch nach Schruns überstellt und dort am Abend operiert. Der Eingriff ist nach ÖSV-Angaben gut verlaufen. Bei ihren Teamkolleginnen war der Ausfall von Ortlieb der rot-weiß-roten Equipe am Donnerstag natürlich noch Thema.

„Es drückt schon auf die Stimmung, wenn die nächste Leistungsträgerin fehlt“, sagte etwa Stephanie Venier, im Abschlusstraining für ihre Verhältnisse als 15. (+1,70) recht gut platziert. Ortlieb sei den anderen im Training teilweise um die Ohren gefahren. Für Tippler wiederum sei es wichtig gewesen, dass sie sich den Sturz der Tochter von Olympiasieger Patrick Ortlieb danach angesehen habe. „Aber es hilft sowieso nichts, man muss sich als Einzelsportlerin auf die Aufgabe fokussieren“, meinte Tippler.

Die Schneeverhältnisse präsentieren sich diesmal in Crans-Montana anders als bei den dort sonst üblichen Frühlingsrennen Ende Februar/Anfang März. Nicht unbedingt deshalb, aber grundsätzlich war Mirjam Puchner über ihren achten Trainingsplatz (+1,14) überrascht. „Von der Fahrt her habe ich mich gar nicht so gut gefühlt“, erklärte die Salzburgerin. „Aber es war viel besser als gestern.“ Christine Scheyer bezeichnete ihren zehnten Platz (+1,49) als für sie vielversprechende Platzierung.

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Damit sind die vier besten Österreicherinnen des Abschlusstrainings aufgezählt. Nicht ins elfköpfige ÖSV-Aufgebot schafften es Lisa Grill (+2,76/30.), Vanessa Nussbaumer (+3,08/34.) und Christina Ager (+4,66/50.). Ramona Siebenhofer war natürlich gesetzt, mit Rang 36 (+3,26) war die Steirerin jedoch unglücklich. „Es gibt noch viel zu tun, das muss noch deutlich besser werden“, berichtete die 29-Jährige. Grundsätzlich habe sie nach den guten Riesentorlauf-Abschneiden in Kranjska Gora Selbstvertrauen.

Die nach zwei Siegen und einem zweiten Rang im Disziplin-Weltcup führende Italienerin Sofia Goggia ließ auf ihre Mittwoch-Trainingsbestzeit Rang drei (+0,41) folgen, 0,11 Sekunden hinter der US-Amerikanerin Breezy Johnson. Die italienische Gesamtweltcup-Siegerin Federica Brignone klassierte sich nach Rang vier als Neunte (+1,23) erneut in den Top Ten. Nach den Wind-Bedenken könnte es für Abfahrt (10.00) und Super-G (11.30, alles live ORF 1) am Samstag bzw. Sonntag zu Schnee-Problemen kommen.

Es ist das vorletzte Speed-Wochenende vor den Weltmeisterschaften in Cortina d‚Ampezzo, nächste Woche wird noch Abfahrt und Super-G in Garmisch-Partenkirchen gefahren. Hinsichtlich einer WM-Nominierung haben nach den Ausfällen von Ortlieb und Nicole Schmidhofer im ÖSV-Team in der Abfahrt neben Tippler wohl auch Venier und Siebenhofer gute Karten, im Super-G haben nach einer „Nullnummer“ in Val d‘Isere in St. Anton Tippler, Ariane Rädler und Venier mit Top-Ten-Rängen angeschrieben.

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