Goggia-Verletzung überschattet Curtoni-Sieg vor Tippler

Auch im zweiten Ski-Weltcup-Rennen an diesem Wochenende in Cortina d’Ampezzo ist eine Österreicherin fast ganz nach vorne gefahren. Nach Ramona Siebenhofer in der Abfahrt holte Tamara Tippler im Super-G den zweiten Platz. Einen weiteren Heimsieg feierten am Sonntag die italienischen Frauen – und zwar dank Elena Curtoni, die erstmals einen Super-G gewann. Abfahrtssiegerin Sofia Goggia stürzte und bangt nach einer Knieverletzung um die Olympia-Teilnahme.

Goggia riskierte nach ihrem Sieg in der Abfahrt etwas zu viel und kam kurz vor der dritten Zwischenzeit zu Sturz. Sofort schien es, als hätte sich die Saison-Dominatorin in den schnellen Disziplinen nach einem Verschneider und ihrem unfreiwilligen Spagat am linken Knie verletzt. Die 29-Jährige fuhr selbstständig ins Ziel, die Diagnose folgte nach weiteren Untersuchungen in einem Krankenhaus in Mailand: „kleine Fraktur“ des Wadenbeins, muskuläre Sehnenverletzung, Verstauchung des Knies.

Auf eine Operation verzichtet Goggia, ihr Ziel bleibt laut Angaben des italienischen Verbandes ein Olympia-Start. Bei den Winterspielen in Peking stehen die Speedrennen der Frauen erst in der zweiten Woche auf dem Programm. „Ich werde versuchen, den Olympiasieg in der Disziplin, die ich am meisten liebe, zu verteidigen“, ließ die Abfahrts-Olympiasiegerin von Pyeongchang 2018 am Abend nach ihrem Sturz ausrichten.

Das Rennen in Cortina war nach Goggias Malheur für mehr als fünf Minuten unterbrochen, ehe Siebenhofer die Start-Freigabe erhielt. Die Steirerin beendete ihr letztes Rennen vor Olympia mit 0,85 Sekunden Rückstand, womit sie sich auf Platz 15 einordnete. „Der Super-G bleibt in irgendeiner Form die Problemdisziplin. Da will es nicht ganz so funktionieren wie in der Abfahrt“, erklärte Siebenhofer. Den Riesentorlauf am Kronplatz am Dienstag sowie die Speed-Events in Garmisch-Partenkirchen nächste Woche wird sie nicht bestreiten.

Tippler betonte, dass sie ihr Ergebnis am Vortag, als sie nur 26. war, „richtig gewurmt“ habe. „Super dass ich zum richtigen Zeitpunkt gezeigt habe, ich bin auch da. Unter Stress funktioniere ich anscheinend“, sagte die Steirerin. Für sie war es der erste Stockerlplatz in diesem Weltcup-Winter und nach dem vierten Platz im Lake-Louise-Super-G erst der zweite in den Top fünf. „Ich weiß, dass es keine optimale Fahrt war, aber ich bin sehr zufrieden mit dem zweiten Platz.“

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Nur neun Hundertstelsekunden fehlten Tippler auf Curtoni, die 2020 in Bansko bereits eine Abfahrt gewonnen hatte. Dies war der erste Weltcup-Sieg der heute 30-Jährigen gewesen, die im italienischen Team zumeist im Schatten von Goggia und Federica Brignone steht. Als Dritte kletterte am Sonntag die Schweizerin Michelle Gisin (+0,24) auf das Podest.

Nächstbeste Österreicherin war Mirjam Puchner als Zehnte (+0,66). „Es waren einfach Fehler gerade in einem Flachstück. Das darf man sich halt nicht erlauben. Für ganz vorne reicht es nicht“, meinte die Salzburgerin. Nadine Fest (+1,16) gab als 17. einen Ausblick auf ihr Talent, Cornelia Hütter hatte im ersten Rennen nach ihrer Coronavirus-Infektion 1,39 Rückstand und belegte den 20. Platz. „Es war eine schwierige Zeit, die ich gehabt habe. Es fehlt mir noch die Kraft. Aber ich bin froh, dass ich den Corona-Scheiß überstanden habe.“

Weltmeisterin Lara Gut-Behrami aus der Schweiz hatte als 13. mit der Entscheidung nichts zu tun, ebenso wie die Weltcup-Spitzenreiterin Mikaela Shiffrin (USA) auf Platz 16. Ihre erste Verfolgerin Petra Vlhova (SVK) bestritt den Super-G nicht.

Christine Scheyer, Ricarda Haaser, Elisabeth Reisinger und Sabrina Maier schieden aus. Unter den Läuferinnen mit höheren Startnummern gab es überhaupt viele Ausfälle und auch Stürze. Von 59 Athletinnen auf der Startliste waren letztlich nur 35 im Klassement.

Hinsichtlich der österreichischen Olympia-Aufstellung für die Peking gab sich Frauen-Rennsportleiter Christian Mitter noch bedeckt. „Ich gebe einen Vorschlag ab, dann wird man schauen“, meinte der Steirer lapidar. „Extremes Kopfzerbrechen gibt es nicht mehr, aber ich will nicht Spekulationen anfachen.“ Mitter kann definitiv die Maximalquote ausschöpfen und elf Frauen benennen.

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