Tirol-Wahl – Abwerzger will „Geschichte schreiben“

Abwerzger will am Sonntag „Geschichte schreiben.“ © APA/ROLAND SCHLAGER

Die Tiroler FPÖ hat Freitagabend vor etwas mehr als 200 Anhängern auf dem Eduard Wallnöfer-Platz in Telfs ihren offiziellen Wahlkampfabschluss begangen. Spitzenkandidat und Landesparteichef Markus Abwerzger bekundete dabei erneut seinen Anspruch, Landeshauptmann zu werden. Man habe die „historische Chance, Geschichte zu schreiben“ und wolle nach der Wahl „Verantwortung im Land übernehmen“, rief Abwerzger den Sympathisanten zu.

Man habe im Wahlkampf „nix falsch gemacht“ und „alles gegeben“, meinte Abwerzger, der nach seiner rund 30-minütigen Rede „Markus, Markus“-Rufe erntete. Die regierende ÖVP gehöre auf „25 Prozent zurechtgestutzt“, erklärte der 46-Jährige, der von seiner Partei zum „Landeshauptmannkandidaten“ ausgerufen worden war. ÖVP-Spitzenkandidat Anton Mattle tue ihm „menschlich fast schon leid“, aber: „Es nützt nix, wir werden diesen Wahlkampf zu Ende bringen.“ Die Landtagswahl am kommenden Sonntag könne ein „historisches Zeitfenster“ für die Freiheitlichen eröffnen. Man stehe vor einer „Richtungswahl“. Das von der FPÖ ausgerufene „Duell um Tirol“ gegen die ÖVP sei voll entbrannt, man sei die bürgerliche „Alternative zur Volkspartei“.

Tirol stehe vor der Entscheidung, so Abwerzger: Wolle man den neunjährigen Stillstand durch Schwarz-Grün fortsetzen, indem man eine Koalition aus der Mattle-ÖVP mit „Rot, NEOS oder vielleicht sogar einem grünen Beiwagerl“ an die Macht bringe, oder gebe es die Wende mit den Freiheitlichen. Häme setzte es für SPÖ-Chef Georg Dornauer, der seit Monaten vor der ÖVP „auf dem Rücken liegt.“ Dieser traue sich nicht einmal wie er, Abwerzger, den Landeshauptmannanspruch zu stellen. „Aber Landeshauptmannstellvertreter von mir kann er ja auch werden“, so der FPÖ-Chef.

Ansonsten spulte Abwerzger in seiner Rede die im Wahlkampf bereits mehrfach gehörten Inhalte ab. Er geißelte die Corona-Politik der letzten Jahre, im Zuge derer die Grund- und Freiheitsrechte mit Füßen getreten worden seien. Er warnte vor einem Votum für die MFG, denn: „Jede Stimme für die MFG ist eine verlorene Stimme.“ Zudem propagierte Abwerzger einmal mehr den Kampf gegen die illegale Zuwanderung und griff den Landesenergieversorger Tiwag an: Mit ihm als Landeshauptmann, würden die Tiwag-Chefs „ins Landeshauptmann-Büro zitiert und ihnen mitgeteilt, dass es zu keiner Strompreis-Erhöhung kommen darf.“

Wahlkampf-Schützenhilfe für Abwerzger leistete in Telfs auch FPÖ-Präsidentschaftskandidat Walter Rosenkranz. Dieser schoss sich in seiner Rede vor allem auf Amtsinhaber Alexander Van der Bellen ein. Der Präsident stelle mit seiner Politik die Neutralität infrage und habe im Zuge der Corona-Pandemie verfassungswidrige Verordnungen abgesegnet. Rosenkranz nannte Van der Bellen beständig „den Amtsverwalter“. Zudem sei er ein „Hobbytiroler“, der sich nur zu Wahlkampfzwecken den Trachtenanzug anziehe. Mit ihm, Rosenkranz, werde „Wärme“ in die Hofburg einziehen und nicht der „kalte Rauch.“

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Der FPÖ-Abschluss lief im Stile eines kleineren Volksfestes ab – mit allen freiheitlichen Zutaten: Volkstümliche bzw. Schlagerklänge und Deftiges für Leib und Magen – inklusive Würstel, Bier und Wein.

Am Freitag hatten zwei weitere Parteien ihre Abschlüsse begangen: Die NEOS zu Mittag in der Innsbrucker Innenstadt und am Nachmittag die ÖVP im Osttiroler Nikolsdorf. Dabei beschwor deren Frontmann Mattle ebenfalls eine „Richtungswahl“ gegen die FPÖ. Am Samstag folgen dann noch SPÖ und Liste Fritz.

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