Tiroler Paar ließ Kind von ukrainischer Leihmutter austragen

Heimisches Bezirksgericht anerkannte jetzt die Elternschaft

Ein Tiroler Bezirksgericht erkannte laut „Presse“ die rechtliche Elternschaft eines Paares an, das sich seinen Kinderwunsch mit Hilfe einer Leihmutter in der Ukraine erfüllt hatte. Das Paar war, da in Österreich das Verbot der Leihmutterschaft gilt, in die Ukraine gereist, wo Verheiratete auf eine Dritte zurückgreifen können.

Das Baby wurde nach der Geburt – gemäß ukrainischen Rechts – als Kind des Ehepaares im Geburtenregister eingetragen. Beim Bezirksgericht konnten die Eltern nunmehr die Anerkennung der ausländischen Entscheidung über die Abstammung durch das Pflegschaftsgericht erreichen. Laut Gericht darf die Entscheidung in Österreich nur „dann nicht anerkannt werden, wenn sie dem Kindeswohl oder anderen Grundwertungen der österreichischen Rechtsordnung offensichtlich widerspricht“.

Leihmutter-Verbot sollte in die Verfassung

Das Ergebnis der Anerkennungsentscheidung widerspreche weder dem Kindeswohl noch den Grundwerten der österreichischen Rechtsordnung, hieß es in der rechtskräftigen Entscheidung, das die Wunsch-Eltern zu rechtlichen Eltern auch in Österreich machte.

Kritik kam indes vom Verein „aktion leben Österreich“. Dieser sieht eine Aushebelung des österreichischen Verbots der Leihmutterschaft und forderte, das Verbot in den Verfassungsrang zu heben, denn dann wäre auch das Urteil des Bezirksgerichts nicht möglich gewesen. „In Österreich ist Leihmutterschaft nur indirekt verboten.

Leihmutterschaft ist eine zutiefst menschenunwürdige Technik. Viele Details entsprechen dem Handel mit Kindern. Das widerspricht den Kinderrechten“, erklärte „aktion leben“-Generalsekretärin Martina Kronthaler. Leihmutterschaft sei eine „moderne Form des Kinderhandels“.

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