Tiroler Skigebiete vor Öffnung verhalten bis zuversichtlich

In den großen Tiroler Skigebieten blickt man dem Saisonstart am 24. Dezember verhalten bis zuversichtlich entgegen. Betreiber rechnen in erster Linie mit einheimischen Gästen. Das ergab ein Rundruf der APA. In der Zillertal Arena sieht man sich laut Marketingabteilung verantwortlich dafür, dass die Tiroler „ihren Nationalsport ausüben können“. In Kitzbühel wird indes mit „viel Platz zum besten Preis“ geworben. Noch äußerst verhalten waren die Erwartungen in Ischgl.

Man werde nur „eine Handvoll“ der Skianlagen öffnen, sagte Günther Zangerl, Vorstand der Silvrettaseilbahn AG im Gespräch mit der APA. Wie viele es tatsächlich sein werden, hänge aber nicht zuletzt von den Maßnahmen in der Schweiz ab und werde in den nächsten Tagen entschieden. Ein Teil des Skigebiets reicht bis in die Schweiz. In Samnaun seien die Pisten bereits geöffnet, wobei etwa 500 bis 600 Menschen täglich zum Skifahren kommen – das sei um die Hälfte weniger, im Vergleich zu anderen Jahren. Zudem würden in der Schweiz für den Wintertourismus noch günstigere Rahmenbedingungen herrschen, meinte Zangerl.

Für jene Tagesgäste und Einheimische, die den Weg ins Paznauntal auf sich nehmen, werde es aber ein gutes Angebot geben, ist Zangerl überzeugt. Zumal die Wartezeiten bei den Gondeln größtenteils gegen Null gehen werden. Es könne aber schon sein, dass bei schönem Wetter bei den Zubringerbahnen viele Menschen warten werden. Dafür habe man unter anderem ein Kamerasystem eingerichtet, das die Abstände zwischen den Wintersportlern messen soll und mit Lautsprecheransagen reagieren kann. Sollte es notwendig werden, können auch Sicherheitsmitarbeiter auf die gängigen Corona-Regeln hinweisen.

Die ersten Lifte werden in Ischgl am 24. Dezember öffnen. Der volle Start in die Wintersaison wurde vorerst für den 7. Jänner angesetzt – vorausgesetzt, die Gastronomie und Hotellerie dürfen tatsächlich öffnen. Aber diese Lockerung bringe für den Wintersportort alleine noch wenig, „wichtig ist, ob die Gäste kommen dürfen“. Mit Blick auf die Infektionszahlen in den Nachbarländern gab sich Zangerl da aber wenig optimistisch, es sei fraglich, „ob das zu einer Besserung der wirtschaftlichen Situation führt“.

25 Anlagen und 100 von insgesamt 147 Pistenkilometern stehen Wintersportlern ab dem 24. Dezember in der Zillertal Arena zur Verfügung. „Alle Verbindungsbahnen in der 4-Berge-Skischaukel – der Zillertal Arena – zwischen Zell am Ziller, Gerlos, Königsleiten und Hochkrimml vom Tiroler Zillertal bis in den Salzburger Pinzgau inkl. der attraktivsten Pisten sind ab diesem Zeitpunkt geöffnet“, informierte die Marketingabteilung auf APA-Anfrage. „Es liegt in unserer Verantwortung, der heimischen Bevölkerung die Möglichkeit zur Ausübung unseres Tiroler Nationalsports zu bieten“, begründete eine Mitarbeiterin der Marketingabteilung die Öffnung. Die „Gesundheit und Sicherheit jedes einzelnen Menschen“ seien „noch stärker als bisher im Zentrum der Vorbereitungen für die Wintersaison gestanden“.

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Mit dem Slogan „So viel Platz zum besten Preis“ lockt indes KitzSki. 40 der 57 Liftanlagen in Kitzbühel und Kirchberg sind bereits ab 24. Dezember geöffnet, man wolle „in gewohnter Qualität und Größe auch für die Einheimischen da sein“, warb eine Mitarbeiterin der Marketingabteilung im APA-Gespräch. Die Bergbahnen würden sich als „wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region“ sehen und „der Bevölkerung zeigen, dass man auch in Krisenzeiten auf uns zählen kann“. So wolle man sich „bei den Saisonkartenbesitzern und Einheimischen, die uns jahrelang die Treue gehalten haben, bedanken“, so die Marketingfrau.

Anders als in den Vorjahren komme es in diesem Jahr deshalb auch nicht zu Preiserhöhungen während der Hochsaison. 44,50 Euro koste das reduzierte Tagesticket für Erwachsene, Kinder zahlten 20 Euro, präzisierte die Mitarbeiterin. Die Zeit nach Weihnachten diene auch als „Testphase“ für die umfassenden Hygiene- und Sicherheitskonzepte, die laut der Marketingabteilung der Kitzbüheler Bergbahnen AG „über die gesetzlichen Vorgaben weit hinausreichen“. „Wir hoffen jedenfalls auf ein möglichst baldiges Ende der Reisebeschränkungen“, meinte die Mitarbeiterin im Hinblick auf das kommende Jahr, „jeder hat Lust auf Skifahren, Deutschland ist unser stärkster Markt“.

Im Tiroler Ötztal werden die Skigebiete ebenfalls nicht alle ihr gesamtes Angebot zur Verfügung stellen. Die Anlagen in Sölden, Hochoetz und Gries öffnen am 24. Dezember, Gurgl, Vent und Niederthai erst am 7. Jänner. In Hochoetz werden fast alle Lifte in Betrieb gehen, die Gletscherskigebiete am Rettenbach und Tiefenbach in Sölden bleiben dagegen geschlossen.

Bei den Ötztaler Skigebieten betonte man, dass die Gondeln und Lifte nicht voll belegt werden und in den Anstellbereichen „ausgiebige Abstandsmarkierungen“ angebracht wurden. Man bemühe sich derzeit, dass man den Gästen trotz geschlossener Gastronomiebetriebe „kurze (Aufwärm-)Pausen“ ermöglichen könne. In Obergurgl setze man in Sachen Virusbekämpfung zudem auf die Wissenschaft, denn dort wird das Abwasser täglich auf das Virus untersucht. Diese Ergebnisse würden im Anschluss mit „ohnehin geplanten wöchentlichen Individualtestungen abgeglichen“, hieß es.

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