Tödliche Knödel aus Weimar

„Tatort“ geht mit Nora Tschirner und Christian Ulmen in die Herbstsaison

„Tatort“: Nora Tschirner und Christian Ulmen ermitteln diesmal im Knödel-Milieu.
„Tatort“: Nora Tschirner und Christian Ulmen ermitteln diesmal im Knödel-Milieu. © MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer

„In Thüringen gibt es zwei große Dinge“, erklärt Kommissarin Dorn ihrem Partner Lessing: Wurst und Klöße. Und mit Letzteren ist das Thema des einmal mehr an abstrusen Verwicklungen und skurrilen Gestalten reichen Weimar-„Tatorts“, der am Sonntag — auch im Knödel-Land Österreich — Premiere feiert (ORF 2, 20.15 Uhr) und die neue Saison einläutet, auch schon gesetzt.

Am Ende der ersten Minuten gibt es bereits eine Leiche. Ein blutiges Messer ist aufgeblitzt, und ein Thüringer Erdäpfelknödel wurde von seinem Ursprung als Kartoffel am Feld bis auf den Teller mit Soße begleitet — alles geschickt ineinander geschnittene Sequenzen. Und dann kracht auch noch ein Transporter in ein Auto.

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Die Fahrerflucht führt das Ermittlerpaar Dorn und Lessing (Nora Tschirner und Christian Ulmen), das der MDR seit 2013 auf Verbrecherjagd schickt, zum eigentlichen Hauptfall: einem ermordeten Geschäftsführer einer traditionsreichen Knödelfabrik, dessen seit Jahren verschwundene Ehefrau urplötzlich wieder auftaucht.

Den Mord nehmen die Drehbuchautoren Andreas Pflüger und Murmel Clausen jedenfalls als Ausgangspunkt für eine um Glaubwürdigkeit nicht wirklich bemühte Krimigeschichte, an deren Ende es an Leichen nicht mangelt. Regie führt Richard Huber — wie schon bei der Folge „Der irre Iwan“.

„Ihre Ehe war megaglücklich, aber sie ist in den Hainich abgehauen, auf den Nischel gefallen, Klofrau in Stadtroda geworden, kriegt ihr Gedächtnis genau an dem Tag zurück, als ihr Mann ermordet wird und fragt nicht einmal, ob wir den Täter haben, wer’s gewesen sein könnte, wie’s passiert ist?“, fasst Dorn die Geschichte Roswitas, der Ehefrau des Ermordeten, an einer Stelle zusammen. Da kann sich die Kommissarin nicht zurückhalten: „Ganz schön viele Zufälle, hier!“

Für Milena Dreißig, die die Roswita spielt, hat die eigenwillige Rolle immerhin neue Erkenntnisse mit sich gebracht: „Ich durfte in zwei mir bis dahin verborgene Welten eintauchen. Die Welt der Thüringer Klöße und die Welt der Autobahnraststätten-Toiletten.“

Kreative Mordmethoden und granulierte Leichen

Besonders realitätsnahe Szenarien dürfte wohl kaum mehr ein Zuschauer beim „Tatort“ aus Weimar erwarten. Dafür gibt es für das Ermittlerteam ein Sternchen für kreative Mordmethoden, mit denen eine Filmleiche beispielsweise granuliert wird.

Wer sich auf die konstruierte Geschichte einlässt, dem ist Unterhaltung sicher. Ob „Die robuste Roswita“ als Bauernschwank um Klöße und Knödel, Gedächtnisverlust und einer Prise „Goodybye Lenin“ an die Erfolgsquoten des Vorgängers „Der kalte Fritte“ anknüpfen kann, gilt freilich abzuwarten.

Am 2. September wartet dann Axel Milbergs neuer Fall „Borowski und das Haus der Geister“um 20.15 Uhr auf die „Tatort“-Fans.