Tödliche Schüsse vor Salzburger Cafe: 18 Jahre wegen Mordes

Der Prozess um eine tödliche Auseinandersetzung vor einem Salzburger Cafe im Juni des Vorjahres hat am späten Donnerstagnachmittag mit einem Schuld- und einem Freispruch geendet. Ein 32-jähriger Albaner wurde wegen Mordes zu 18 Jahren Haft verurteilt, ein um drei Jahre älterer Landsmann wurde hingegen vom Vorwurf der Beitragstäterschaft zum Mord freigesprochen.

Laut Anklage soll der 32-Jährige einen 46-jährigen Bosnier erschossen und dessen 24-jährigen Sohn durch einen zweiten Schuss schwer verletzt haben. Sein Verteidiger meldete umgehend Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde an.

Der zweite Angeklagte, er soll die Tatwaffe zur Verfügung gestellt haben, wurde vom Vorwurf der Beitragstäterschaft zum Mord mit 8:0 Stimmen freigesprochen. Er wurde aber nach dem Waffengesetz zu neun Monaten Haft verurteilt. Da er aber bereits ein Jahr in Untersuchungshaft gesessen war, wurde er noch am Tag des Urteils enthaftet. “Mein Mandant saß zu unrecht ein Jahr wegen Beitragstäterschaft in U-Haft”, sagte Verteidiger Kurt Jelinek nach der Urteilsverkündung. Er gab – ebenso wie die Staatsanwaltschaft – keine Erklärung ab, weshalb auch dieses Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

Bevor die Schüsse an jenem Abend des 4. Juni fielen, sollen der Sohn des später Getöteten und der 32-jährige Albaner im Schanigarten des Cafes im Salzburger Stadtteil Lehen in Streit geraten sein. Der Albaner soll dabei den Sohn beleidigt und ihm eine Ohrfeige verpasst haben. Laut Anklage hat der Bosnier daraufhin seinen 46-jährigen Vater zu Hilfe geholt, der sich ebenfalls als Gast in dem Lokal aufhielt.

Als die beiden Bosnier den Albaner zur Rede stellen wollten, soll dieser einen Schuss in Richtung des Sohnes und danach einen Schuss in Richtung des Vaters abgefeuert haben. Der 46-Jährige wurde im Bereich des Oberkörpers tödlich getroffen. Sein Sohn erlitt einen Durchschuss des Oberschenkels.

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Bei dem am Dienstag gestarteten Prozess bestritt der 32-jährige Albaner den Vorwurf des Mordes und des versuchten Mordes. Er habe sich bedroht gefühlt, und deshalb eine Pistole aus der Tasche des 35-Jährigen herausgenommen und in Richtung des Beins des 24-Jährigen geschossen, um die Aggression zu stoppen. Danach habe er eigentlich weglaufen wollen, doch der Vater des Verletzten sei mit ausgestreckten Armen auf ihn zugekommen. Er habe ihn mit der Waffe nur verletzen wollen, nicht schwer, nur um dann “wegzulaufen”. Er habe den 46-jährigen Bosnier jedenfalls nicht töten wollen, beteuerte der Angeklagte, der von Verteidiger Mirsad Musliu vertreten wurde.

Der Verteidiger des 35-jährigen Albaners, Rechtsanwalt Kurt Jelinek, sah kein Motiv für eine Beitragstäterschaft seines Mandanten. Dieser habe weder eine Waffe noch eine Umhängetasche dabei gehabt, erklärte Jelinek. “Die Waffe hat ein anderer übergeben.” Der 35-Jährige sei bei dem Streit dazwischen gestanden und habe zu beruhigen versucht.

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