Tödlicher Unfall: Auch Helfer brauchen Hilfe

Ehepaar und Jugendlicher starben — „Einsatz mit Todesopfern ist immer belastend“

HÖRSCHING — Es war ein schreckliches Bild, das sich den Helfern von Feuerwehr und Rotem Kreuz Sonntagabend in Hörsching (Bez. Linz-Land) bot: Bei der Kollision zweier Pkw auf der B1 kamen drei Menschen ums Leben: Der Sohn (15) einer Trauner Familie in einem Wagen, ein Unternehmer-Ehepaar aus Gallspach im anderen.

Vier Menschen wurden zudem verletzt.

Schreckliches Ende einer Ausbildungsfahrt

Der Unfall passierte gegen 19.30 Uhr. Der 54-jährige Autohändler hatte auf der nassen Straße die Kontrolle über seinen BMW verloren und war auf die Gegenseite geraten. Dort kollidierte das Auto mit der Beifahrerseite voran mit dem Mercedes der fünfköpfigen Familie. Am Steuer saß die Tochter, die 18-Jährige absolvierte mit ihren Eltern und den Brüdern eine L17-Ausbildungsfahrt.

Der Unfall führte zu einem Großeinsatz: Neben den Einsatzkräften der Wehren Rutzing und Hörsching waren noch 21 Rotkreuz-Sanitäter vor Ort. Im Wagen der Familie musste der Vater (43) von den Florianis befreit werden, ehe alle vier Überlebenden — die junge Lenkerin, Vater und Mutter (41) sowie ein Bruder (12) — in Spitäler nach Linz und Wels gebracht werden konnten. Zwei wurden von den Notarzthelis „C10“ und „Martin 3“ geflogen.

Keine Lebensgefahr

Aus den Krankenhäusern kam gestern eine beruhigende Nachricht: Bei keinem der Patienten bestehe Lebensgefahr, hieß es. Die 18-Jährige hatte den Unfall leicht verletzt überlebt.

„Jeder verarbeitet das anders!“

Sowohl für die Überlebenden und ihre Angehörigen — das Gallspacher Ehepaar hat drei erwachsene Kinder —, als auch für die Helfer ist eine psychologische Betreuung nach so einem verheerenden Ereignis wichtig. „Bei uns wurden die dafür zuständigen Mitarbeiter gleich mitalarmiert“, sagt Wolfgang Rabeder, der als Rotkreuz-Offizier vor Ort war. Diese haben sich auch um Angehörige gekümmert, die an die Unfallstelle gekommen waren. Die 21 Sanitäter seien zum Glück erfahrene Mitarbeiter.

Alle seien danach weiter im Nachtdienst geblieben und haben sich vermutlich auf den Dienststellen noch zu Gesprächen zusammengesetzt. Ob sie auch Hilfe von den SvE-Mitarbeitern in Anspruch nehmen, bleibt jedem selbst überlassen. „Jeder verarbeitet solche Einsätze anders“, sagt der Rotkreuz-Mann.

Ein Treffen mit einem SvE-Mitarbeiter (Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen) gab es noch am Sonntag bei der FF Rutzing. „Das ist bei uns Routine nach Einsätzen mit Todesfällen“, so der stv. Kommandant Jörg Lorinser. Bei der FF Hörsching gab es gestern ein Kameradentreffen. Auch dort waren nur erfahrene Mitarbeiter vor Ort: „Bei so schlimmen Unfällen schauen wir natürlich drauf, dass die Jungen nur zu Absicherungsarbeiten und ähnlichem eingesetzt werden“, sagt Kommandant Andreas Platzer.

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