Tote bei Explosion auf Flüchtlingsboot vor Kalabrien

Vier Tote, zwei Vermisste und fünf Verletzte ist die vorläufige Bilanz einer neuen Flüchtlingstragödie, die sich am Sonntag vor der Küste der süditalienischen Region Kalabrien abgespielt hat. Ein Boot mit Dutzenden Migranten an Bord geriet während einer Rettungsaktion vor der Küste der Stadt Crotone in Brand und explodierte. Mindestens vier Migranten kamen dabei ums Leben.

Weitere zwei Menschen werden noch vermisst. Fünf Personen, darunter zwei Polizisten, die sich mit der Küstenwache an der Rettungsaktion beteiligten, wurden verletzt, berichteten italienische Medien am Sonntag. Drei verletzte Migranten schweben in Lebensgefahr und wurden mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus eingeliefert. Über die Herkunft der Migranten gab es vorerst keine Angaben.

Ein Schiff der Küstenwache war bei der Rettung der Migranten im Einsatz, als es an Bord des Bootes zu einem Brand kam. Kurz danach gab es eine Explosion, die offenkundig vom Treibstoff an Bord ausgelöst wurde. Die Migranten sprangen in Panik ins Wasser. Die Verletzten riefen vom Boot aus um Hilfe.

“Es war eine fürchterliche Szene”, berichteten Urlauber, die vom Strand aus die Explosion beobachteten. Die Verletzten wurden zum nächstgelegenen Hafen Le Castella gebracht. Seit Samstag sind fast 80 Migranten an Bord von mehreren Booten in Kalabrien eingetroffen.

Italien ist seit Wochen wieder mit steigenden Flüchtlingsankünften konfrontiert. Rund 18.000 Migranten haben seit Jahresbeginn nach meist lebensgefährlichen Fahrten über das Mittelmeer Italien erreicht. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es 4.878.

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