Totes Baby in Teich: Hoffen auf Reue der Mutter oder Kommissar Zufall

Nach einem Jahr Ermittlung ohne konkrete Ergebnisse legt Polizei Abschlussbericht zu dem tragischen Vorfall in Freistadt vor

In diesem Teich geschah die Tragödie.
In diesem Teich geschah die Tragödie. © APA/Werner

Am 12. Juni 2020 sorgte ein grausiger Fund für einen Schock in Freistadt: Ein Spaziergänger entdeckte am Abend im Pregartenteich eine Babyleiche.

Wie sich herausstellte, wurde das Mädchen direkt nach der Geburt in den Fischteich hinter der Brauerei geworfen. Die Nabelschnur hatte sich noch am Körper des toten Säuglings befunden.

Gingen die Kriminalisten anfangs noch davon aus, dass die Mutter wegen des etwas abseits gelegenen Gewässers aus der Umgebung stammen dürfte, hat sich diese Einschätzung der Ermittler im Laufe der Zeit verändert.

„Es könnte sich bei der gesuchten Person auch um jemanden auf der Durchreise oder aus dem angrenzenden Tschechien handeln“, sagt Gottfried Mitterlehner, Chef des Landeskriminalamtes, zum VOLKSBLATT.

Rätselraten über Herkunft

Zu Beginn der Ermittlungen habe es eine Reihe von Hinweisen und erfolgversprechende Ermittlungsansätze gegeben, die jedoch leider alle im Laufe der Zeit im Sand verlaufen seien.

So wurden unter anderem Ärzte befragt, ob sie bei Schwangeren auffällige Beobachtungen gemacht haben. Auch eine Überprüfung in der DNA-Datenbank fiel negativ aus, denn die Mutter wurde bisher nicht straffällig.

Laut Mitterlehner wird nun der Abschlussbericht erstellt und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Die Hoffnung bestehe aber nach wie vor, dass die Mutter des toten Säuglings sich eingesteht, in einer psychischen Ausnahmesituation gehandelt zu haben. Nicht ausschließen könne man, so der LKA-Chef, dass doch jemand entscheidende Beobachtungen gemacht hat.

Kriminalität ändert sich

Mitterlehner erwartet, dass es im Zuge der Öffnungsschritte mit dem Ende der Ausgangsperren und weniger Grenzkontrollen zu einer Veränderung bei den Straftaten kommen wird. So dürfte die jüngste Bankomatsprengung auf das Konto ausländischer Täter gehen. Konkret sei mit einer Zunahme bei den Wohnungs- und Wohnhauseinbrüchen zu rechnen, während im Bereich der häuslichen Gewalt eine Entspannung zu erwarten sei.

Von Heinz Wernitznig

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