Toyota Mirai Advanced – Sanfte Grüße aus der Zukunft

Das Wort Fließheck bekommt angesichts des Toyota Mirai eine gänzlich neue Bedeutung. Einerseits, weil die Silhouette der fünfsitzigen Limousine wunderbar sanft geschwungen ist und sozusagen wirklich fließende Übergänge bildet. Und andererseits, weil der Japaner mit Wasserstoff fährt.

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Mirai – das ist der Name eines vielfach preisgekrönten japanischen Anime aus dem Jahr 2018, wobei Mirai – das Mädchen aus der Zukunft – die kleine Schwester des Protagonisten ist.

Mirai – und nebenbei ebenfalls aus Japan – ist auch der Name des Brennstoffzellen-Fahrzeugs von Toyota, das mittlerweile auf eine siebenjährige Produktionsgeschichte zurückblicken kann. Marktstart war 2014 und mittlerweile gibt es den Mirai bereits in zweiter Generation.

Typenschein

Toyota Mirai Advanced

Preis: ab € 74.900,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 75.920,- inklusive Premium-Lackierung € 1020,-; einen Toyota Mirai gibt es ab € 59.900,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 0,- jährlich
Garantie: 3 Jahre bis max. 100.000 km, 3 Jahre Lackgarantie, 6 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre

Technische Daten:
Motor: 134 kW/182 PS, max. Drehmoment 300 Nm
Brennstoffzelle: Polymer-Elektrolyt, 128 kW/174 PS
Getriebe: Eingangautomatik
Antrieb: Heckantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,2 s
Leistungsgewicht: 10,69 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 0,79 bis 0,89 kg
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 1,1 kg

Eckdaten:
L/B/H: 4975/1885/1470 mm
Radstand: 2920 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1946/2415 kg
Kofferraum: 273 Liter
Tank: 5,6 kg (Wasserstoff)
Reifen: 4 x 245/45 ZR20 103Y auf 20“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/TPMS
Airbags: 6

Der Mirai ist antriebstechnisch (fast) ein Unikat, denn er fährt mit Wasserstoff. Was das heißt? In einer Brennstoffzelle reagiert gasförmiger Wasserstoff mit Sauerstoff. Dabei wird die im Wasserstoff gespeicherte Energie als Strom freigegeben, der dann einen Elektromotor antreibt. Die Vorteile dieser äußerst sauberen Antriebstechnik sind das emissionsfreie Fahren verbunden mit kräftiger Beschleunigung.

Dazu kommen die hohe Sicherheit auch bei Unfällen, kurze Tankvorgänge (etwa fünf Minuten wie bei einem Verbrenner) sowie eine hohe Reichweite – im Falle des Mirai in der Praxis gut und gern 550 Kilometer.

Die Nachteile sind der geringe Wirkungsgrad des Motors, hohe Anschaffungskosten sowie das nach wie vor spärlich gesäte Tankstellennetz. Öffentlich zugängliche gibt es weniger als zehn – in ganz Österreich wohlgemerkt.

Das hat natürlich zur Folge, dass der Toyota Mirai auf den heimischen Straßen ungefähr so exotisch wie ein Bentley Bentayga, Lamborghini Diablo oder Rolls-Royce Cullinan ist. Heuer wurden bis dato lediglich sechs Toyota Mirai erstmals zugelassen. Nebenbei gesagt: Die anderen Fahrzeuge spielen in einer preislich ganz anderen Liga, aber auch der Mirai ist preislich ganz schön happig mit knapp 76.000 Euro Anschaffungskosten.

Die sind aber jeden Cent wert, denn der Mirai entpuppt sich als grandioses Fahrzeug – wenn man nicht gerade einen Umzug plant. Dann fährt man nämlich aufgrund des lediglich 273 Liter fassenden Kofferraums ziemlich oft hin und her. Und sperrige Gegenstände mag der Mirai auch nicht, das lässt sich auch nicht durch Umlegen der Rücksitze ändern.

Davon abgesehen weist der schwere Mirai keine nennenswerten Schwächen, dafür etliche Stärken auf. Die Ausstattung ist umfangreich und umfasst unter anderem etliche (perfekt funktionierende) Assistenzsysteme, Sitzheizung, Head-up-Display, elektrisch einstellbare Ledersitze, USB-Ports, induktive Ladeschale, Drei-Zonen-Klimaautomatik, LED-Scheinwerfersystem, Rückfahrkamera und einen 12,3 Zoll großen, kristallklaren Touchscreen.

Der Menü-Aufbau des Infotainmentsystems ist nach kurzer Einarbeitungszeit klar, zudem hat der Mirai in seinem funktional gestalteten Cockpit und auf dem Lederlenkrad auch noch genügend Knöpfe, für eine unproblematische Bedienung. Die Platzverhältnisse und Materialanmutung lassen auch keine Bedenken aufkommen, wie es sich halt für eine knapp fünf Meter lange Limousine geziemt.

Und schlussendlich fährt der Mirai brillant: Der spontane Antritt, die dezente Geräuschkulisse, die präzise Lenkung, die famosen Bremsen, das komfortable Fahrwerk und die souveräne Straßenlage machen das Fahren mit dem zwei Tonnen schweren Auto schlichtweg zum Vergnügen.

Fazit

Beim Mirai merkt man das Henne-Ei-Problem dramatisch. Kaum Tankstellen – kaum Autos. Das ist sehr schade, denn der famos designte Japaner ist ein rundum gelungenes Fahrzeug. Die Fahreigenschaften sind grandios, der Verbrauch und die Spritkosten halten sich in Grenzen und das Platzangebot ist üppig.

Die Bedienbarkeit und Ausstattung können sich ebenfalls sehen lassen. So entbietet der Mirai sanfte, komfortable Grüße und Einblicke in eine automobile Welt von morgen.

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