Transferkarussell nach Ligastart nur noch bedingt in Schwung

Die zwölf Vereine der Fußball-Bundesliga haben ihre Hausaufgaben in Bezug auf die Kaderzusammenstellung weitestgehend vor der laufenden Saison erledigt. Seit dem Meisterschafts-Auftakt Ende Juni wurden hauptsächlich Adaptierungen vorgenommen. Der Rekordtransfer des kroatischen Vizeweltmeisters Duje Caleta-Car von Salzburg nach Marseille um 17 bis 19 Millionen Euro ist das Highlight dieser Periode.

Die Salzburger gaben zudem Valon Berisha an Lazio Rom und am Transferschlusstag auch noch Hwang Hee-chan leihweise an den HSV ab. Nominell hat die Liga mit diesen Abgängen sowie jenen von Rapids Louis Schaub (Köln) und Steffen Hoffmann (Karriereende) oder Raphael Holzhauser (Grasshoppers) und Felipe Pires (Hoffenheim) von der Austria viele starke Akteure verloren. Dennoch haben einige Neuzugänge bereits ihr Potenzial angedeutet.

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Einer der auffälligsten Transfers ist bisher ohne Zweifel WAC-Rückkehrer Michael Liendl. Der Steirer hat mit je drei Toren bzw. Vorlagen maßgeblichen Anteil am gelungenen Start der Lavanttaler. Smail Prevljak konnte die Topform aus der Vorsaison bei Mattersburg konservieren und hält auch bei Serienmeister Salzburg trotz erst zwei Einsätzen von Beginn an bereits bei vier Treffern.

Die Liga-Neulinge sind unterdessen noch nicht besonders hervorgestochen. Andrei Ivan (Rapid/ROU) bzw. Alon Turgeman (Austria/ISR) etwa halten nach fünf Runden bei je einem Tor. Die Violetten besserten Anfang August in der Offensive mit dem brasilianischen Talent Ewandro nach. Der 22-Jährige kam mangels Arbeitsbewilligung jedoch noch nicht zum Zug.

Bei Vizemeister Sturm Graz tat sich bereits vor dem Ligastart einiges. Prominentester Neuzugang ist Ex-Teamstürmer Philipp Hosiner, der den zum Ligarivalen Rapid abgewanderten Deni Alar ersetzen soll. Mit Regisseur Peter Zulj, zum besten Spieler der vergangenen Bundesliga-Saison gewählt, blieb den Grazern aber zumindest ihr wichtigster Akteur erhalten.

Den qualitativ größten Umbruch hatte wohl die Admira zu verzeichnen. Wie vor der Saison abzusehen war, konnten die Südstädter den regelrechten Aderlass nicht kompensieren. Die Abgänge von Maximilian Sax, Thomas Ebner (Austria), Markus Lackner, Lukas Grozurek (Sturm) sowie Markus Wostry (LASK) waren zumindest bisher zu viel für das Team von Ernst Baumeister. Besser erging es da dem WAC. Zehn Neuzugänge stehen 14 Abgängen gegenüber. Dennoch schaffte es Neo-Coach Christian Ilzer schnell, Wolfsberg in die Erfolgsspur zu führen. Die Kärntner sind nach fünf Runden überraschend Vierter.

Noch besser steht Sensationsteam St. Pölten da. Die Niederösterreicher sind weiter ungeschlagen und liegen auf dem zweiten Rang. Die Trendwende gelang Dietmar Kühbauer ohne die ganz prominenten Transfers. Rene Gartler (3 Tore) aber blühte unter Kühbauer nach einer enttäuschenden Saison beim LASK wieder auf. Das aktuelle Schlusslicht Altach erhofft sich mit dem neuen Stürmer Brian Mwila aus Sambia eine Trendwende.