Trara, ein bisschen Party & viel Musik

Theater Phönix startet mit „Die Rückkehr der Blues Brothers“ heiter, aber mit dünner Handlung in die Jubiläumssaison

Die Band, die Widerstand leistet, Revolution aus allen Poren atmet: Felix Rank, David Fuchs, Sven Sorring, Markus Hamele und Gibert Handler
Die Band, die Widerstand leistet, Revolution aus allen Poren atmet: Felix Rank, David Fuchs, Sven Sorring, Markus Hamele und Gibert Handler © Helmut Walter

„Das ist professioneller Scheiß!“Darauf könne man bauen, sind sich Jake und Elwood Blues sicher, als sie den Professor singen hören. Und darauf baut Autor, Regisseur und Chef des Hauses Harald Gebhartl auch bei „Die Rückkehr der Blues Brothers“, das am Donnerstag im Theater Phönix Premiere feierte.

Ohne Zweifel stehen die musikalischen Darbietungen im Mittelpunkt der Story rund um die zwei Häfenbrüder mit Sonnenbrillen, die sich nach Österreich begeben, um die wahre Musik wiederzufinden.

Auf den schwarzbeanzugten Rücken der beiden Brüder aus den USA lastet einiges. Erstens sind sie das Eröffnungsstück der neuen Saison, zweitens startet mit ihnen die große Geburtstagssause, das Phönix ist 30. Drittens gelang Gebhartl in der Saison 2014/15 mit „Blues Brothers — Mission indredible“ ein sehr großer Erfolg.

Gilbert Handler gibt zu Beginn der Fortsetzung Depeche Mode und den Professor und ist überhaupt für das musikalische Konzept zuständig. Entstanden ist eine Hommage an die Entstehungszeit des Phönix, Radiohead, David Bowie, The Clash, The Cure, „Dirty Dancing“ … Der Instrumentalteil wurde vorab vom Team des Theaters eingespielt, das auch in einer Videosequenz zu Ehren kommt.

„Footloose“ im Wunderland

Handlung? Ja, da trifft irgendwie „Footloose“ auf „Alice im Wunderland“ oder irgendwie so. Als Vehikel für die musikalischen Auftritte formiert sich eine Band als Widerstand gegen den Alpenkönig, der die Österreicher zwangsbeglückt mit Scheißmusik, dem „Volkstrara“,und auch sonst recht böse ist. Da poppen schon auch Fragen auf über eine ordentliche Staatsform, einen Führer, der alles leichter und einfacher macht, usw. Doch, Hand aufs Herz, wir wollen die Mädels und Burschen singen hören! Neben Gilbert Handler toben Sven Sorring, David Fuchs, Markus Hamele, Felix Rank, Nadine Breitfuß, Tom Pohl und Marion Reiser über die Bühne und machen ihre Sache — man möchte sagen, wie gewohnt —, hervorragend.

Der Funke springt trotz dünner Handlung dann auch über, spätestens beim schon erwartbaren Schlusssong „Everybody Needs Somebody to Love“ und auch so mancher Zuschauer aus dem Sitz. Es wird mitgesungen, geschunkelt, Trara gehört nun einmal zu einer Party. Und so ganz richtig komplett erwachsen ist man mit 30 ja noch nicht, da kann’s ein bisschen wie beim Kindergeburtstag zugehen.

21., 22., 25., 26., 28. und 29. September; 2. bis 6. Oktober; Karten Tel.: 0732/666500

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