Trauer um verstorbene Sängerin Mirella Freni

Der Direktor der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer, und die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, haben sich am Montag tief betroffen über den Tod von Mirella Freni gezeigt. “Der Tod Mirella Frenis hat in der ganzen Opernwelt große Trauer ausgelöst”, so Meyer. Die italienische Starsopranistin starb am Sonntag im Alter von 84 Jahren in Modena.

“Auch ich persönlich bin tief betroffen. Es macht mich sehr traurig, dass diese Sängerin, die zu den Allergrößten des 20. Jahrhunderts gehörte, nicht mehr bei uns ist”, so Meyer. Freni debütierte 1963 als Mimi in der legendären Premiere von “La Boheme” unter der musikalischen Leitung von Herbert von Karajan an der Wiener Staatsoper. Fortan war sie regelmäßiger Gast im Haus am Ring, wo sie insgesamt 96 Abende sang, darunter fünf Premieren und elf verschiedene Rollen, teilte die Staatsoper mit.

Auch Rabl-Stadler würdigte die Sängerin: “Wer Mirella Freni einmal gehört hatte, konnte ihre wundervolle Stimme nie vergessen. Für die Salzburger Festspiele war sie eine jener Künstlerinnen, denen wir den Ruf zu verdanken haben, die besten Festspiele der Welt zu sein.” Ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen gab die Italienerin 1966 in der Rolle der Micaela in “Carmen”. Insgesamt gehörte sie 14 Sommer lang, zwischen 1966 und 1980, zur Stammbesetzung in Salzburg.

Die Mailänder Scala widmet Freni indes die Premiere von Umberto Giordanos “Fedora” am 3. Juni. Fedora ist die letzte Rolle, die Freni vor dem Ende ihrer Karriere an der Scala 1996 übernommen hatte. Auch der ORF widmet der Sängerin dieser Tage einen Programmschwerpunkt “in memoriam”.

“Freni zählte zur Scala-Familie, sie war eine der besten Stimmen des 20. Jahrhundert”, hieß es seitens der Scala, an der Freni 34 Jahre zwischen 1962 und 1996 aufgetreten war. Zu den legendärsten Auftritte zählte jener als Mimi in “La Boheme” mit der Regie Franco Zeffirellis.

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Der italienische Kulturminister Dario Franceschini bezeichnete Freni als “großartige Sopranistin”. “Mit ihrer Stimme hat sie die ganze Welt begeistert”, twitterte Franceschini. Er sprach von einem großen Verlust für die Opernwelt und die Kultur.

Auch die Stiftung der Arena von Verona gedachte Freni. In Verona war sie 1965 als Micaela in Bizets Carmen aufgetreten. “Frenis Stimme, ihre außerordentlichen Auftritte, sowie ihr großes Charisma werden in der Erinnerung sämtlicher Generationen von Künstlern und Opernliebhabern bleiben”, so die Intendantin der Arena von Verona, Cecilia Gasdia.

Zu Ehren Frenis wird die öffentlich-rechtliche TV Anstalt RAI am Montagabend die 1996 in Turin inszenierte “La Boheme” anlässlich des 100. Jahrestages der Uraufführung senden. Freni spielte die Mimi, an der Seite ihres Kindheitsfreunds Luciano Pavarotti als Rodolfo.

Die Trauerzeremonie für die Sopranistin ist am Mittwoch (14.30 Uhr) im Dom ihrer Heimatstadt Modena geplant. Der Sarg wird davor im städtischen Theater “Luciano Pavarotti” in Modena aufgebahrt.

Der ORF widmet der verstorbenen Sängerin einen Programmschwerpunkt: Der “Kulturmontag” (22.30 Uhr, ORF 2) bringt Montagabend einen Nachruf, am Sonntag sendet ORF III das Porträt “Mirella Freni – Ein Leben für die Oper” (16.2., 19.10 Uhr) und am 1. März zeigt ORF III Freni in “La Boheme” (20.15 Uhr).

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