Trinkl statt Waldner FIS-Renndirektor bei Kitzbühel-Rennen

Mit Markus Waldner ist eine Schlüsselperson in der FIS-Blase des alpinen Herren-Ski-Weltcuptrosses positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Chefrenndirektor wird bei den Hahnenkammrennen diese Woche in Kitzbühel von Hannes Trinkl, Renndirektor im Speed-Bereich, und Emmanuel Couder, verantwortlich für die Technikseite, vertreten. Das erste Training auf der Streif findet Mittwoch statt, um der Pistencrew nach der großen Neuschneemenge etwas mehr Zeit zu verschaffen.

Die Infektion des Südtirolers Waldner wurde nach den Slaloms in Flachau bekannt, alle Personen in der Bubble des Internationalen Skiverbandes (FIS) und anderer involvierter Blasen (Veranstalter, Medien) müssen sich regelmäßig Tests unterziehen. Mit Mike Kertesz fiel bereits in Adelboden und Flachau wegen Corona ein ebenfalls entscheidender Funktionär aus, er ist u.a. für die Materialkontrolle nach den Rennen zuständig und der „Zeremonienmeister“ im Zielraum bei den Siegerehrungen. In beiden Fällen wurden die Kontaktpersonen negativ getestet.

Während Waldner sich nun für zumindest zehn Tage in Selbstisolation befindet, wird also Trinkl auf der Streif das Zepter schwingen. Der Abfahrts-Weltmeister von 2001 ist seit 2014 Renndirektor für die Speed-Bewerbe (Abfahrt, Super-G) und damit ein höchst erfahrener Mann. Der Oberösterreicher ist u.a. auch für die Kurssetzungen bei den Abfahrten zuständig. „In erster Linie hoffen wir natürlich, dass er das schnell und schmerzlos übersteht, aber jetzt heißt es, alle miteinander zusammenhelfen – online ist er ja dabei, wir können ihn jederzeit fragen, wenn wir irgendetwas haben. Miteinander hoffe ich schon, dass wir das hinbringen“, meinte Trinkl zum ORF.

„Es wäre jeder froh, wenn Markus in Kitzbühel dabei wäre, mit seiner Routine und seinem Wissen. Aber Hannes ist schon jahrelang dabei und macht einen guten Job, da haben wir einen sehr guten Ersatz“, sagte ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher zur APA – Austria Presse Agentur. Und mit dem Kitzbüheler Skiclub habe man zudem einen erfahrenen Partner, er sei überzeugt, dass es gelingen werde, alles gut abzuwickeln.

Genauso wie er sicher ist, dass die Streif für das erste Training am Mittwoch (11.30 Uhr) bereit sein wird. „Es ist schwierig, auf so einer Länge eine gleichmäßig präparierte Piste hinzubekommen. Die Streif muss fünf Tage halten, aber ich bin optimistisch, dass das passen wird“, sagte Puelacher. Pistenchef Herbert Hauser sprach von einem „kompakten Untergrund“ und war ebenfalls zuversichtlich, dass „die Streif in einem würdigen Zustand“ sein werde.

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Der Schneefall hatte im Laufe des Montags aufgehört, womit die Pistenkommandos ihre Arbeiten aufnahmen. Das ÖSV-Team wird am Dienstag Super-G in Hinterreit trainieren. Die Coaches der Nationalteams dürfen eine kurze Inspektion der Streif (ab Mausefalle) vornehmen. Nach den geplanten Trainings am Mittwoch und Donnerstag steht bei den 81. Hahnenkammrennen Freitag und Samstag je eine Abfahrt auf dem Programm, Sonntag folgt ein Super-G.

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