Triumphe und Rekorde, aber auch Tragödien

80. Hahnenkammrennen: Streifzug durch die Geschichte des Ski- Höhepunkts in Kitzbühel

Auf der Streif endeten oder knickten Karrieren ein — wie jene von Daniel Albrecht. © APA/Jäger

Die Hahnenkammrennen in Kitzbühel feiern ein rundes Jubiläum. 1931 erstmals zur Austragung gekommen steigt heuer die 80. Auflage des absoluten Ski-Höhepunkts.

Ein Zeitraffer durch die Geschichte und Fakten, mit denen Sie ab heute (1. Abfahrtstraining) brillieren können. Wussten Sie, dass …

… Ferdl Friedensbacher (Abfahrt), Hans Mariacher (Slalom) und der Brite Gordon Cleaver (Kombination) sich 1931 sich als erste Sieger in die Geschichtsbücher eintrugen.

… in den Anfangsjahren, etwa 1935, auf den Schattbergschanzen im Rahmen der Hahnenkammrennen auch Skispringen ausgetragen wurden.

… erstmals 1937 auf der Streif bzw. dem Ganslernhang gefahren wurde und damit ein Klassiker geboren war. Die erste Abfahrts-Siegerzeit von Thaddäus Schwabl lautete übrigens 3:53,1 Minuten.

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… wie so viele Veranstaltungen auch die Hahnenkammrennen während des 2. Weltkriegs nicht zur Austragung gelangten. Für 1938 und 1939 sprechen andere Quellen aber auch von Schneemangel als Grund für die Nichtdurchführung.

… dass Schwabl auch die Comeback-Abfahrt 1946 gewinnen konnte.

Triplesieger und Damenrennen

… Christian Pravda im Jahr 1951 Abfahrt, Slalom und Kombination für sich entscheiden konnte und in 2:57,0 als erster Abfahrer unter drei Minuten blieb.

… Andreas Molterer zwischen 1953 und 1959 gleich neun Einzelsiege feierte — bis heute Rekord vor Pravda (acht Siege) und Marc Girardelli (LUX/7). Molterer gewann viermal die Kombination, dreimal den Slalom und zweimal die Abfahrt.

… dass der ORF seit 1959 live aus Kitzbühel überträgt. Bei der Premiere war er mit vier Kameras vor Ort.

… was 1932 mit Triple-Siegerin Rini Andretta begonnen hatte, fand 1961 zum letzten Mal statt: Damenrennen auf dem Hahnenkamm, wobei auch Traudl Hecher der Hattrick gelang. Die Rennen wurden vom ÖSV danach an Bad Gastein vergeben, wogegen der Kitzbüheler Ski Club heftig protestierte.

… neben Pravda auch Siegfried Engl (1935), Egon Schöpf (1949), Toni Sailer (1956), Molterer (alle Ö/1958) sowie die Franzosen Adrien Duvillard (1960) und zuletzt Jean-Claude Killy (1967/erstes Jahr des Weltcups) in einem Jahr in allen drei klassischen Disziplinen triumphierten.

… Hansi Hinterseer (im Slalom) anno 1974 der bis heute letzte Kitzbühel-Sieger, der auch aus der Gamsstadt stammt, ist.

… Franz Klammer sich mit 21 zum bis heute jüngsten Streif-Sieger kürte, er bezwang 1975 Gustav Thöni (ITA) um eine Hundertstel.

Schallmauer fiel 1982, Streckenrekord aus 1991

… Klammers Vorsprung 1976 von 2,06 Sekunden auf Erik Haaker (NOR) ist ebenfalls bis heute Bestwert.

… Sepp Walcher (Ö) und der Deutsche Sepp Ferstl 1978 für den einzigen Ex-aequo-Sieg auf der Streif sorgten.

… Ingemar Stenmark (SWE) just in Kitzbühel 1981 seine einzige Abfahrt bestritt. Er verlor zwar über zehn Sekunden auf Sieger Steve Podborski (CAN), sammelte aber als Dritter Kombi-Punkte.

… Stenmark im Slalom 1982 der Konkurrenz um 3,16 Sekunden enteilte und insgesamt bei fünf Torlauf-Siegen (Rekord) hält.

… Harti Weirather (Ö) in 1:57,2 als erster Abfahrer 1982 unter der Zwei-Minuten-Schallmauer blieb.

… Legende Klammer auf der Streif 1984 seinen 25. und letzten Weltcupsieg feierte.

… der Streckenrekord von Fritz Strobl von 1:51,58 Minuten aus dem Jahr 1997 datiert.

… dass Mario Matt mit der Nummer 47 den Slalom im Jahr 2000 gewann — ein Weltcup-Rekord.

… die perfekte Fahrt auf der Streif Stephan Eberharter zugeschrieben wird, sie gelang ihm 2004.

… Hannes Reichelt (als bisher letzter Österreicher) die Abfahrt 2014 trotz eines akuten Bandscheibenvorfalls gewann.

… der Mr. Super-G in Kitzbühel Hermann Maier mit fünf Siegen (zwischen 2000 und 2006) ist, darunter auch der höchst emotionale Comeback-Erfolg anno 2003 nach dem Motorradunfall.

… der Abfahrts-Rekordsieger in Kitz seit 2012 Didier Cuche (SUI/fünf Erfolge) heißt, zudem ist er auch bis heute der älteste Champion (37).

In Kitzbühel endeten einige Ski-Karrieren

… dass auf der Streif auch viele Karrieren de facto endeten. Schwere Stürze stoppten unter anderem Todd Brooker (CAN/1987), Brian Stemmle (CAN/1989 und 1999), Patrick Ortlieb (1999), Thomas Graggaber (2005), Daniel Albrecht (SUI/2009) und Hans Grugger (2011) — für viele andere endete auf der Streif wenigstens „nur“ die laufende Saison — wie bei Aksel Lund Svindal (NOR), Hannes Reichelt und Georg Streitberger vor vier Jahren.

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