Trockene Augen müssen nicht sein

72 Prozent der Menschen, die mit Bildschirmen arbeiten, haben eine Fehlsichtigkeit. 83 Prozent klagen über Augenbeschwerden am Arbeitsplatz. Durchschnittlich verbringen Büroarbeiter 6,4 Stunden vor dem Bildschirm und machen viel zu selten eine Pause. Einige Tipps, wie man seine Augen entlasten kann.

„Die tägliche Bildschirmarbeit ist für die Augen eine ungeheure Belastung, die die Gesundheit und Produktivität der Mitarbeiter in den Büros einschränkt“, warnt Peter Gumpelmayer, Landesinnungsmeister der Augenoptiker. Mit einigen Maßnahmen kann man dem entgegenwirken.

Während rund 54 Prozent der erwachsenen Österreicher fehlsichtig sind, sind es bei den Menschen mit Computerarbeitsplätzen sogar 72 Prozent. Eine überwältigende Mehrheit – rund 83 Prozent – leidet zudem unter Symptomen wie Augenschmerzen, -trockenheit und -rötungen. Das sind Anzeichen des sogenannten Office Eye Syndroms. Das Büro- augensyndrom wäre aber vermeidbar. Es resultiert aus schlechten Gewohnheiten in der Bildschirmnutzung, dem Raumklima und zum Teil auch aus der falschen Brillenwahl. Denn nur drei Prozent der Brillenträger setzen eine passende Bildschirmbrille ein.

„Die Alltagsbrille und vor allem Lese- und Gleitsichtbrillen sind für die Bildschirmarbeit wenig geeignet und strengen die Augen mehr als nötig an“, meint Gumpelmayer: „Durch Eigenschaften wie die Entspiegelung und den Blaulichtfilter, der den Kontrast verstärkt und die subjektiv empfundene Blendung reduziert, entlastet die Bildschirmbrille auch die Augen. Der digitale Sehstress wird verringert. Bildschirmbrillen sind daher auch für Menschen geeignet, die keine Sehschwäche haben.“

Drei Stunden ohne Pause sind für das Auge zu lange

Durchschnittlich verbringen Menschen 6,4 Stunden vor dem Bildschirm und machen viel zu selten Pausen. Wer drei Stunden lang ununterbrochen auf den Schirm starrt, der blinzelt zu wenig, die Augen trocknen aus, Reizungen können entstehen. Zudem schadet die lange Fokussierung auf dieselbe Sehdistanz. Sie führt auf Dauer dazu, dass die Augenmuskel zu wenig trainiert werden und der Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht nicht so gut gelingt. Schlechte Arbeitsgewohnheiten verstärken die Belastung der Augen: Dazu gehören Verspannungen durch die verkrümmte Körperhaltung, eine zu geringe Sitzdistanz zum Bildschirm und schlechtes Licht.

Bei trockenen Augen sollte man sich auch über Nachbenetzungstropfen informieren. „Je nachdem, welche Gründe es für die Trockenheit der Augen gibt, sind unterschiedliche Tropfen sinnvoll – daher ist auch eine Beratung wichtig“, so Gumpelmayer. Wichtig ist auch die richtige Positionierung des Bildschirms – Oberkante auf Augenhöhe, Abstand 50 bis 75 cm zu den Augen, wenn möglich im rechten Winkel zur Lichtquelle.

Sinnvoll ist auch, das Raumklima zu kontrollieren. In 90 Prozent der Büros sei die Temperatur höher als die empfohlenen 20 bis 22 Grad, in jedem dritten Büro liege die Luftfeuchtigkeit unter 40 Prozent.

Mitarbeitern wird geraten, stündliche Bildschirmpausen zur Gewohnheit zu machen und auch dazwischen bewusste Blinzel- und Blickübungen einzuschieben. Dabei sollen abwechselnd ein Objekt in der Ferne und der nahen Umgebung fokussiert werden. Nach vier Stunden Bildschirmstress sollten die Augen eine längere Pause einlegen.

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