„Trotz Corona macht sich jeder Zweite Sorgen über Integration“

ÖVP-Ministerin Raab will Kampf gegen den politischen Islam intensivieren

„Ein Schwerpunkt in der Integrationsarbeit wird künftig auf der Stärkung von Frauen und Mädchen liegen, damit sie selbstbestimmt und wirtschaftlich unabhängig leben können“, betonte ÖVP-Integrationsministerin Susanne Raab am Donnerstag bei der Präsentation des diesjährigen Integrationsbarometers.
„Ein Schwerpunkt in der Integrationsarbeit wird künftig auf der Stärkung von Frauen und Mädchen liegen, damit sie selbstbestimmt und wirtschaftlich unabhängig leben können“, betonte ÖVP-Integrationsministerin Susanne Raab am Donnerstag bei der Präsentation des diesjährigen Integrationsbarometers. © BKA/Dunker

„Die Corona-Pandemie hat große Auswirkungen auf die Integration, die ganz klar vom persönlichen Kontakt zwischen Einheimischen und Zuwanderinnen und Zuwanderern lebt. Seit rund einem Jahr fehlen diese Begegnungen aufgrund der notwendigen Einschränkungen. Die Folge davon ist vielfach der Rückzug in die Communitys und in die Familien aus den Herkunftsländern“, hielt Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) bei der Präsentation des aktuellen „Integrationsbarometers“ gemeinsam mit Meinungsforscher Peter Hajek fest.

Befragt wurden zum bereits elften Mal 1000 österreichische Staatsbürger ab dem 16. Lebensjahr: 55 Prozent gaben an, sich um die Integration „sehr oft bzw. öfter“ Sorgen zu machen, 53 Prozent nannten den politischen Islam als Grund.

Damit rangierten die beiden Themen auf Platz sechs und acht der Sorgenleiste, die freilich aktuell von der Pandemie dominiert wird. Auf gleichbleibendem Niveau bewegt sich die Einstellung zum Zusammenleben mit Zuwanderern.

51 Prozent bezeichnen dieses aktuell als schlecht, 42 Prozent als gut. Jenes mit Flüchtlingen sehen 59 Prozent als schlecht, 30 Prozent als gut an. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Beurteilung des Miteinanders mit Muslimen, was 59 Prozent als schlecht, lediglich 27 Prozent als gut werten.

Laut Integrationsbarometer hat sich das Sicherheitsgefühl gegenüber dem Vorjahr signifikant verschlechtert. Zurückzuführen sei dies unter anderem auf den islamistisch motivierten Terrorakt im November 2020 in Wien sowie auf die Randale von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Silvesternacht.

„Das Integrationsbarometer ist ein spannender Seismograf, der unter anderem aufzeigt, wie wichtig unser Kampf gegen den politischen Islam und religiös motivierten Extremismus ist. Wir werden hier auch weiterhin wachsam bleiben und neben dem bestehenden vielfältigen Maßnahmenbündel weitere setzen“, so Raab.

Ehrenamt als Säule

Sobald es die Corona-Situation wieder erlaube, sollten zudem Zuwanderer ihre Integration wieder aktiv in die Hand nehmen und Angebote nutzen. „Weiters wird neben der gesellschaftlichen und sprachlichen sowie der Integration auf dem Arbeitsmarkt das ehrenamtliche Engagement als vierte Säule der Integration etabliert“, betonte Raab.

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