Europas Börsen erholen sich nach Trump-Schock

Europas Börsen haben sich am Freitag im Späthandel vom anfänglichen Schock wegen der Corona-Infektion von US-Präsident Donald Trump erholt. Der Euro-Stoxx-50 grenzte seine Verluste ein und beendete den Tag mit einem knappen Minus von 0,1 Prozent bei 3.190,93 Punkten. Der deutsche DAX fiel um 0,33 Prozent auf 12.689,04 Punkte. Der britische FTSE-100 befestigte sich sogar um 0,39 Prozent auf 5.902,12 Punkte.

Für starke Verunsicherung hatte im Tagesverlauf die Meldung gesorgt, dass US-Präsident Donald Trump positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Einige Experten sehen darin nun einen Vorteil für den demokratischen Herausforderer, andere erwarten mögliche Sympathiepunkte für Trump. Jedenfalls muss Trump jetzt einige wichtige Wahlkampfveranstaltungen auslassen und die Unsicherheiten um den Wahlausgang haben sich noch verstärkt.

Keine klaren Impulse lieferte der am Nachmittag gemeldete US-Arbeitsmarktbericht für September. Der Arbeitsmarkt hat seine Erholung zwar fortsetzt, allerdings nicht in dem von Analysten erwarteten Ausmaß.

Auch die anderen am Freitag gemeldeten US-Daten zeigen ein gemischtes Bild. Die US-Industrieaufträge stiegen im August etwas schwächer als erwartet, der von der Uni Michigan ermittelte Index des Konsumklimas hellte sich hingegen weiter auf.

Die größten Verlierer im Euro-Stoxx-50 waren Bayer mit einem Minus von 3,03 Prozent. Die Aktien waren bereits am Vortag um rund 13 Prozent eingebrochen, nachdem der Konzern am Mittwochabend zusätzliche Sparmaßnahmen in Milliardenhöhe angekündigt hatte. Für 2021 erwartet der Konzern “trotz erheblichen Gegenwinds” einen Umsatz etwa auf dem Niveau von 2020.

Vinci-Aktien stiegen um 4,41 Prozent und waren damit die Spitzenreiter im Euro-Stoxx-50. Vinci hat der spanischen Grupo ACS ein unverbindliches Angebot über das Segment “Industrial Services” vorgelegt. Demnach bietet Vinci 5,2 Mrd. Euro für die Sparte, zu der sowohl Ingenieuraktivitäten als auch eine Plattform für Entwicklung neuer Projekte bei erneuerbaren Energien zählen. ACS sei offen für Gespräche, heißt es.

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