Neue Proteste gegen Ausgangsbeschränkungen in den USA

In den USA hat es erneut Proteste gegen die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie gegeben. Hunderte Menschen zogen am Montag durch Harrisburg, die Hauptstadt des Bundesstaates Pennsylvania, und forderten eine rasche Rückkehr zur Normalität. Vor dem Regionalparlament schlossen sich Politiker der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump den Demonstranten an.

“Unsere neue Normalität bedeutet nicht, dass wir unsere Freiheit für die Sicherheit unseres Landes opfern werden”, sagte der Regionalabgeordnete Aaron Bernstine. Es könne nicht sein, dass die Menschen auf staatliche Zuwendungen angewiesen seien, um ihre Rechnungen zu begleichen.

“Man kann nicht alles dicht machen, nur weil wir ein Gesundheitsproblem haben”, sagte der Demonstrant Tom Ryan. “Wir müssen einen Weg finden, die Dinge auszubalancieren.” Protestteilnehmer hielten Schilder mit Aufschriften wie “Tyrannei tötet” und “Lasst Amerika wieder arbeiten” in die Höhe. Einige Demonstranten hatten Waffen bei sich.

In den vergangenen Tagen hatte es bereits in anderen Bundesstaaten Proteste gegen die Ausgangsbeschränkungen gegeben, die im Kampf gegen das Coronavirus verhängt wurden. Trump hat den Demonstranten seine Unterstützung ausgesprochen und sogar zu Protesten aufgerufen – wohlgemerkt in Bundesstaaten, die von den Demokraten regiert werden.

Viele Trump-Anhänger sind der Auffassung, dass die Corona-Einschränkungen zu weit gehen, weil sie das Wirtschaftsleben in großen Teilen zum Erliegen gebracht haben. Der Präsident selbst hat wiederholt eine rasche Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität gefordert. Viele Gouverneure sind aber aus Sorge vor einem Wiederaufflammen der Pandemie vorsichtig.

Die Proteste, die maßgeblich von drei als Waffenrechtsaktivisten bekannten Brüdern organisiert werden, bekommen zwar viel Medienaufmerksamkeit. Umfragen zeigen aber, dass ein Großteil der US-Bevölkerung hinter den Ausgangsbeschränkungen steht. Das gilt auch für konservative Wähler.

In den USA wurden bereits mehr als 760.000 Corona-Infektionen und rund 41.000 Todesfälle bestätigt. Das ist mehr als in jedem anderen Land der Welt. Präsident Trump, der sich im November für eine zweite Amtszeit wiederwählen lassen will, ist wiederholt für sein Krisenmanagement kritisiert worden.

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