Trump will Coronavirus-Impfstoff bis Jahresende

US-Präsident Donald Trump will seinen Landsleuten noch heuer einen Impfstoff gegen das Coronavirus verschaffen. Ziel der “Operation Warp-Geschwindigkeit” sei es, Hunderte Millionen Impfstoff-Dosen zur Verfügung zu stellen, meldete der US-Nachrichtensender CNN am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise. Trump sagte, dass er eine völlige Rückkehr zur Normalität erwarte.

Der Immunologe und Trump-Berater Anthony Fauci hatte zu Beginn der Krise gesagt, die Entwicklung eines Impfstoffs werde zwischen einem Jahr und 18 Monaten dauern. Damit würde ein Impfstoff nicht für Anfang oder Mitte 2021 zur Verfügung stehen. Das neue Projekt, dessen Namen auf den fiktiven “Warp-Antrieb” in der Serie “Raumschiff Enterprise” zurückgeht, soll diese Zeitdauer verkürzen.

Trump sagte am Mittwochabend in Washington, er rechne mit einer 100-prozentigen Rückkehr zur Normalität im Land. “Wir wollen, dass es so wird, wie es war.” Und dies werde schneller gehen, als viele erwarteten. Die “neue Normalität” werde seiner Ansicht nach der Zustand wie vor drei Monaten sein. Er wolle, dass die Stadien bei Baseball- und Football-Spielen wieder voll seien und nicht drei oder vier Sitze zwischen den Zuschauern frei sein müssten. “Ich möchte dorthin zurück, wo wir waren. Dort werden wir hinkommen”, betonte er. “Diese Sache wird vorübergehen.” Sicherheit sei wichtig, aber auch die Wirtschaft sei wichtig. Und die Menschen wollten, dass das Land wieder geöffnet werde.

Einen Zeithorizont für das Szenario nannte Trump nicht. “Es könnte länger dauern.” Aber die Bundesstaaten gingen nach und nach bereits Schritte in diese Richtung. Nach Angaben von US-Vizepräsident Mike Pence haben inzwischen 35 Bundesstaaten Pläne für eine schrittweise Rückkehr zum Normalbetrieb veröffentlicht. Auf die Frage, ob er mit einer “neuen Normalität” rechne, in der Kellner in Restaurants auch in drei Jahren noch Schutzmasken tragen müssten, sagte Trump: “Das sehe ich nicht.”

Der Präsident kündigte auch an, er selbst werde in den kommenden Wochen wieder Reisen im Land unternehmen. Als erstes sei in der kommenden Woche ein Trip nach Arizona geplant. Perspektivisch hoffe er auch, irgendwann vor der Wahl im November auch wieder große Wahlkampfveranstaltungen abhalten zu können. “Ich bin jetzt seit vielen Monaten im Weißen Haus, und ich möchte wieder raus”, sagte er. Auch bei vielen Bürgern gebe es den großen Wunsch, wieder rauszukommen und etwas zu unternehmen.

Trumps Seuchenexperte Fauci äußerte sich indes positiv zu den ersten Ergebnissen einer klinischen Studie zum Wirkstoff Remdesivir bei Covid-19-Patienten. Die Resultate müssten noch unabhängig geprüft und veröffentlicht werden, die Hinweise auf eine deutlich kürzere Krankheitsdauer seien aber vielversprechend, sagte Fauci. Remdesivir habe eine “signifikante positive Wirkung bei der Verringerung der Zeit bis zur Genesung” gezeigt, sagte Fauci, der Chef des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten (NIAID) der USA ist. Damit seien jedoch nicht alle Probleme gelöst, sagte Fauci während eines Treffens im Büro von Präsident Trump weiter. Auch die Sterblichkeitsrate sei etwas geringer gewesen, dieses Ergebnis sei aber bisher nicht statistisch signifikant.

Durch die Corona-Pandemie ist das öffentliche Leben in den USA weitgehend zum Erliegen gekommen, was die Wirtschaft des Landes in eine schwere Krise gestürzt hat. Trump stellt sich im November der Wiederwahl.

Wie ist Ihre Meinung?