Tschaikowsky: Der Nussknacker (DG)

Gerade zur rechten Zeit seiner weihnachtlichen Handlung erschien eine Doppel-CD von Tschaikowskys meistgespieltem Ballett „Der Nussknacker“. Natürlich nur als Hörerlebnis, die überbordenden Bühnenaufführungen haben oft von der großartigen Musik dieses Märchens von E.T.A. Hoffmann nach Alexander Dumas abgelenkt und der Wiedergabe im Konzertsaal viel Bedeutung gegeben. Die Musik erzählt die Geschichte von der blinden Clara, die zu Weihnachten einen Nussknacker geschenkt bekommt und in eine Traumwelt mit einem verwandelten Prinzen im Märchen- und Feenreich versinkt, wie aus einem visuellen Bilderbuch, das Gustavo Dudamel mit seinem Los Angeles Philharmonic Orchestra grandios in Klang setzt. Es sind kleine köstliche Delikatessen, die da harmonisch glanzvoll aufblühen. Hier ist Tschaikowsky ein Meisterstück der Instrumentation gelungen. Man nehme nur die in charakteristischen Rhythmen gedeuteten Tänze, den entzückend kleinen Marsch im zarten Piano, den silbernen Klang der Celesta für den Feentanz oder den Kontrast der Flöten in hoher Lage zu den zierlichen Pizzicati, wenn Dudamel mit seinem musikalischen Feinsinn förmlich das Kopfwackeln kleiner Pagoden nachdeutet. Die immer neuen Variationseffekte im Orchester sind es, die in der Partitur so spannend erzählt werden bis zum Finale im rauschenden Blumenwalzer.

G. Sz.