Tschechien bleibt weiter außerhalb der Eurozone

Der Beitritt zur Eurozone steht für Tschechien nicht auf dem aktuellen Programm. Die Tschechische Nationalbank (CNB) und das Finanzministerium haben der Regierung empfohlen, auch weiterhin keinen Termin für die Annahme der europäischen Gemeinschaftswährung festzulegen. Das Kabinett von Premier Andrej Babis stimmte dem Bericht zu, berichteten tschechische Medien am Dienstag.

Aus der Analyse geht hervor, dass Tschechien mehrere Kriterien für einen Beitritt zur Eurozone zur Zeit nicht erfüllt. Einerseits geht es um die im EU-Vergleich relativ hohe Inflation in Tschechien.

Auch das Kriterium der Stabilität der öffentlichen Finanzen dürfte Tschechien heuer – im Unterschied zu vergangenen Jahren – zum Teil nicht erfüllen. Das Budgetdefizit wuchs nämlich wegen der Corona-Krise auf mehr als 6 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP). Das Limit der Eurozone in den Stabilitätskriterien ist höchstens 3 BIP-Prozent.

Demgegenüber liegt Tschechien beim Kriterium der Gesamtverschuldung des öffentlichen Sektors noch im Limit, trotz des heurigen Budgetdefizits. Das Finanzministerium rechnet mit einer Gesamtverschuldung in Höhe von 39,4 BIP-Prozent, während die EU bis 60 BIP-Prozent erlaubt.

Die Babis-Regierung, deren Mandat im Herbst 2021 zu Ende geht, hatte schon am Anfang ihrer vierjährigen Amtsperiode erklärt, dass sie sich um den Euro-Beitritt nicht bemühen werde.

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