Tschechische Initiative rief zu Schließung von Betrieben auf

Zu einer mehrwöchigen Schließung von Industriebetrieben haben die Vertreter der Initiative „Stoppt Covid“ die tschechische Regierung aufgerufen.

Bei einer Versammlung vor dem Gebäude des Industrie- und Handelsministeriums am Dienstagabend in Prag erklärten sie, dies sei ein notwendiger Schritt, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Die bisherigen Maßnahmen seien „unzureichend und chaotisch“.

Die Initiative kündigte gleichzeitig eine Petition für die Schließung der Betriebe an. Mehr als 500 Menschen haben sie bereits unterzeichnet. Die Teilnehmer der Versammlung zündeten beim Eingang in das Ministerium-Gebäude Dutzende Kerzen an, die die Opfer der Corona-Pandemie symbolisieren sollen.

Die Regierung von Ministerpräsidente Andrej Babis lehnte bisher die Schließung der Betriebe ab, obwohl einige Experten dazu aufgerufen hatten. Stattdessen hat sie verpflichtende Tests in den Firmen und Staatsbehörden einmal pro Woche angeordnet. Tschechien ist das am stärksten betroffene Land in der EU, was die Neuinfektionen angeht.

An Werktagen liegen die Zahlen weiterhin über der 10.000 Marke, obwohl seit mehr als zwei Wochen die Bewegungsfreiheit unter den Kreisen stark beschränkt wurde. Deswegen plant die Regierung keine Lockerungen zumindest bis Ostern.

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Der in die Kritik geratene liberalpopulistische Babis weilte am Dienstag bei Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Wien. Gemeinsam mit ihren Amtskollegen Bojko Borissow (Bulgarien) und Janez Jansa (Slowenien) forderten Babis und Kurz einen „Korrekturmechanismus“ bei der Impfstoffverteilung in der Europäischen Union, um Unterschiede in den Durchimpfungsraten der Mitgliedsstaaten zu beheben.

Konkrete Vorschläge konnten die vier Regierungschefs, die zuvor auch mit ihren Kollegen aus Kroatien (Andrej Plenkovic) und Lettland (Krisjanis Karins) per Video beraten hatten, aber nicht präsentieren.

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