Türkei: Österreicher festgenommen

Reporter eines linksradikalen Magazins unter Terrorverdacht

In der Türkei ist am Dienstag ein Österreicher festgenommen worden. Wie die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG/RSF) mitteilte, sei der Journalist, Student und Autor am frühen Morgen laut Angaben seiner Redaktion re:volt magazin gemeinsam mit anderen in Ankara festgenommen worden. Der Vorwurf laute auf Unterstützung terroristischer Organisationen.

Die Redaktion des nach Eigenbezeichnung „linksradikalen Politik-Analyse-Bewegungs-Magazins“ vermutet einen Zusammenhang mit „politischen Publikationen“. „Das ist auf das Schärfste zu verurteilen“, so die Präsidentin von „Reporter ohne Grenzen Österreich“, Rubina Möhring. Die Organisation fordert die unmittelbare Freilassung des Österreichers.

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Der Student der Politikwissenschaft und Philosophie befasste sich demnach mit politischen Theorien und schrieb Beiträge in Büchern wie „Kampf um Kobane“ (kurdische Stadt im Norden Syriens), die sich kritisch mit der Beziehung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) mit der Türkei auseinandersetzen.

Die Türkei geht seit dem Putschversuch im Juli 2016 immer wieder auch gegen ausländische Staatsbürger vor. Die Festnahmen erfolgen meist wegen Terrorverdachts. Dies sorgt auch für bilaterale Spannungen wie im Fall der deutschen Journalistin Mesale Tolu, des Welt-Reporters Deniz Yücel oder des US-Pastors Andrew Brunson. Yücel und Tolu sind inzwischen wieder frei, den Amerikaner will Präsident Recep Tayyip Erdogan nur freilassen, wenn die USA im Gegenzug den im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen ausliefern. Diesen macht Erdogan für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich.