Über 1.000 Lkw fahren durch Förderung mit Abbiegeassistenten

375 Anträge für 1.011 Fahrzeuge zur Förderung der Nachrüstung von Lkw mit Abbiegeassistenten sind seit Einführung im September 2019 gestellt worden.

Das teilte das Verkehrsministerium mit. Vor einem Jahr waren es 72 Anträge für 185 Fahrzeuge gewesen, inzwischen haben sich die ausgezahlten Förderungen von 113.000 Euro auf 625.338 Euro erhöht, das sind rund 66 Prozent des Gesamtfördersumme. Die Assistenzsysteme zur Unfallreduzierung sind ab 2024 EU-Standard.

Insgesamt ist noch ein Drittel der Fördersumme übrig. Mit 78 Prozent wurden dabei mehrheitlich Bestandsfahrzeuge nachgerüstet, der Rest entfällt auf Neufahrzeuge (Stichtag 11. Februar 2021).

Zurzeit sind 15 unterschiedliche Abbiegeassistenzsysteme förderbar, die Unfälle von Lastwagen mit Radfahrern oder Fußgängern zu verhindern sollen: Lkws sind auch wegen des großen toten Winkels für den Lenker für überproportional hohes Unfallrisiko verantwortlich, hieß es aus dem Ministerium.

„Ich habe mich auch gemeinsam mit meinem deutschen Amtskollegen an die EU-Kommission gewandt, um die raschere Einführung von Abbiegeassistenzsystemen über eine Verpflichtung zur Nachrüstung einzufordern“, erinnerte die zuständige Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) anlässlich der aktuellen Bilanz an einen gemeinsamen Brief mit Amtskollegen Andreas Scheuer (CSU) an EU-Kommissarin Adina Valean Ende 2020.

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In Österreich fördert das Verkehrsministerium die Anschaffung und den Einbau von Abbiegeassistenzsystemen mit 900 Euro pro System. Da bis zum 2. März 2020 die Fördermittel nicht ausgeschöpft wurden, hat das Ministerium damals die mögliche Förderungen von fünf auf zehn Fahrzeuge erhöht.

Eine verpflichtende Serienausstattung von Lkw mit Abbiegeassistenten sieht die Europäische Union ab 2022 in allen neuen Fahrzeugmodellen bzw. ab 2024 in allen neu zugelassenen Fahrzeugen vor. Nationale Alleingänge sind davor nicht möglich.

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