Mehr als 300.000 bestätigte Corona-Fälle in Lateinamerika

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Lateinamerika steigt rapide an. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP haben sich bis Donnerstag mehr als 300.000 Menschen auf dem Subkontinent nach Angaben der Behörden mit den Virus angesteckt, mehr als 16.000 von ihnen starben demnach an den Folgen. Mit 125.000 Infektions- und mehr als 8.500 Todesfällen ist Brasilien am schwersten betroffen.

Dennoch hält Präsident Jair Bolsonaro drastische Schutzmaßnahmen wie etwa Ausgangsbeschränkungen weiterhin für übertrieben und ökonomisch schädlich. Immer wieder fordert der ultrarechte Staatschef seine Anhänger auf, sich den Anordnungen in den Bundesstaaten zu widersetzen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stiegen zuletzt in Brasilien immer schneller an. Den Daten des Gesundheitsministeriums zufolge wurden erstmals mehr als 600 Tote innerhalb von 24 Stunden registriert. Demnach lag die Zahl der Gestorbenen “am schlimmsten Tag”, wie das Portal “G1” schrieb, zwischen Dienstag und Mittwoch bei 615.

Positiv auf das Virus getestet wurde der Sprecher von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, wie das Präsidialamt mitteilte. Sprecher Otavio do Rego Barros befinde sich derzeit zu Hause und habe keine Coronavirus-Symptome, hieß es.

Mit 2.700 Toten bei nur 27.600 nachgewiesenen Infizierten scheint der Virus-Ausbruch in Mexiko besonders tödlich zu sein – allerdings kann das auch an der geringen Test-Kapazität im Land liegen.

Gemessen am Anteil der Bevölkerung ist Ecuador mit 92 Todesfällen pro eine Million Einwohner bei weitem am stärksten betroffen. Damit kommen auf eine Million Menschen doppelt so viele Tote wie in Peru. Dort sind bisher rund 1.500 Menschen gestorben.

Nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation sind die Infektionsraten in Brasilien, Ecuador, Peru, Chile and Mexico weiterhin “sehr hoch”. Experten schätzen aber, dass in einigen Ländern der Höhepunkt in den nächsten Tagen erreicht sein dürfte.

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