Über 7.400 Neuinfektionen in Österreich

Nach dem Sprung auf über 6.000 Fälle gestern Mittwoch, ist am Donnerstag mit 7.416 SARS-CoV-2-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden in Österreich der nächste Höchstwert vermeldet worden.

Alarmierend hoch war der Anteil an positiven Tests, der bei insgesamt 28.133 PCR-Tests einen Positivanteil von über 26 Prozent ergibt. Erstmals gibt es auch über 50.000 aktiv Infizierte. Verläuft die „zweite Welle“ ähnlich wie in Israel, könnten noch weitere Höchstwerte folgen.

In den vergangenen sieben Tagen waren es im Schnitt täglich 5.350 Neuinfektionen die dazu kamen, die Zahl der Intensivpatienten stieg in diesem Zeitraum um fast 65 Prozent. Am Donnerstag, Stand 9.30 Uhr, meldete das Innenministerium 2.737 Personen, die aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung waren, 2.584 waren es am Vortag, 24 weitere Patienten in Intensivbehandlung erhöhten die Gesamtzahl auf 407 auf Intensivstationen. 41 weitere Todesfälle ergeben insgesamt 1.268 Personen, die an den Folgen des Coronavirus verstorben sind.

Neuinfektionen im vierstelligen Bereich vermeldeten Nieder- und Oberösterreich mit 1.053 bzw. 1.540 sowie Wien mit 1.231 positiven Test – das sind jeweils Rekorde für diese Bundesländer, die Bundeshauptstadt wies mit einer Positivqoute von 19,2 Prozent einen niedrigeren Wert als der Österreichschnitt auf.

Zum Vergleich: Die Positivquote bei PCR-Tests in Deutschland lag in der vergangenen Woche laut RKI bei 7,3 Prozent. Laut WHO sollte die Rate der positiv Getesteten fünf Prozent nicht übersteigen. Eine hohe Positivitätsrate ist ein Hinweis auf ein tatsächlich erhöhtes Infektionsgeschehen, unabhängig von einer hohen Zahl der Testungen.

Die Sieben-Tages-Inzidenzen erreichten vor der anstehenden nächsten Ampelschaltung ebenfalls neue Höchstwerte, Vorarlberg stieg sogar von 579,6 auf 662,5 und ist somit das Bundesland mit dem größten Wert, gefolgt von Oberösterreich und Tirol. Österreich liegt inzwischen auf 407,7 Fällen pro 100.000 Einwohnern, noch vor einer Woche lag dieser Wert beim AGES-Dashboard bei rund 250.

Da stufte die Ampel-Kommission das gesamte Bundesgebiet bereits auf Rot ein, auch fast alle Regionen wurden ebenfalls auf die höchste Risikostufe geschaltet, 92 Prozent Österreicher befinden sich seitdem in Regionen mit sehr hohem Risiko – es ist davon auszugehen, dass es nach der aktuellen Schaltung am Donnerstagabend noch mehr sein werden.

Die Ampel-Kommission wird sich auf Ersuchen des Gesundheitsministers nun auch mit der Evaluierung der Maßnahmen des Lockdowns begleitend erfassen, wie am Mittwoch bekannt wurde. Dieser ist seit Dienstag, dem 3, November in Kraft. Israel hat diesen Schritt bereits hinter sich, die „zweite Welle“ klingt dort ab – rund 620 neue Fälle gab es dort laut Zahlen der WHO zuletzt. Der am 13. September beschlossene Lockdown trat in Israel mit dem 18. September in Kraft, Neuinfektionen jenseits der 4.000, wie aktuell in Österreich, waren der Grund.

Die Zahlen stiegen in Israel noch zwei Wochen lang weiter und erreichten am 2. Oktober mit über 9.000 Neuinfektionen einen Peak. Erst am 10. Oktober, fast ein Monat nach dem Beschluss des Lockdowns, hatten sich die Neuinfektionen wieder soweit zurückentwickelt, dass sie zumindest den Wert von 4.000 nicht mehr überschreiten sollten.

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