Über die Freiheit der Kunst

Kammerspiele: Österreichische Erstaufführung „Ode“ von Thomas Melle

Nikolaj Maximilian Klinger, Sophie Kirsch, Julian Sigl
Nikolaj Maximilian Klinger, Sophie Kirsch, Julian Sigl © Petra Moser

„Eine Liebeserklärung an die Kunst, die Mut macht, den eigenen Kopf zu denken“, kündigt Regisseur Peter Wittenberg, Leiter des Schauspielstudios am Landestheater, die nächste Premiere an.

„Ode“ des deutschen Gegenwartsautors Thomas Melle feiert am Freitag (19.30 Uhr) in den Kammerspielen seine österreichische Erstaufführung. Es geht um die Freiheit der Kunst.

Ausloten, was geht

Professorin und Künstlerin Anne Fratzer präsentiert eine neue Skulptur, die sich bei der Enthüllung als Luft entpuppt und sorgt nicht nur damit für einen Skandal. Die Künstlerin hat ihre Arbeit „Ode an die alten Täter“ genannt. Fratzers Großvater, der einst ihre Mutter vergewaltigt und seiner Familie auch sonst Gewalt angetan hat, wurde von den Nazi-Schergen umgebracht — allerdings aus einem anderen Grund.

Fratzer kann dem Handeln der Nazis deshalb auch etwas Gutes abgewinnen: Sie und ihre Mutter wurden gerettet. Und das bringt die Wehr, eine rechte Gruppe, die laut Wittenberg vergleichbar sei mit den Identitären, auf ihre Seite. Theatermacher Orlando will die Geschichte Fratzers auf die Bühne bringen, die Figur Präzisa steht schließlich kompromisslos für die Freiheit der Kunst.

Theater müsse ausloten dürfen und nicht, wie heute oft in unserer Gesellschaft, vor lauter Angst, etwas Falsches zu sagen, kneifen, so Wittenberg: „Dass alle Seiten miteinander reden, ist alternativlos“, egal ob es um Kunst oder andere Themen gehe. Diese Satire sei „nicht immer leichte Kost“, er wolle sie sinnlich und verständlich machen“, auch Humor gehöre dazu. In den Hauptrollen sind Gunda Schanderer, Sebastian Hufschmidt, Julian Sigl und Klaus Müller-Beck zu erleben, mit den Ensemblemitgliedern stehen auch Schüler aus dem Schauspielstudio auf der Bühne.

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