Stelzer: „Über Öffnungsschritte drübertrauen“

Erstes Oberösterreich-Gespräch zwischen LH Stelzer und Corona-Experten Lamprecht

Landeshauptmann Thomas Stelzer © OÖVP

Beim ersten von drei „Oberösterreich-Gesprächen“ standen auch künftige Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie im Mittelpunkt.

Im Gespräch mit dem Lungenfacharzt und Corona-Experten Primar Bernd Lamprecht sagte Landeshauptmann Thomas Stelzer: „Wenn die Lage so bleibt wie jetzt, sollten wir uns über Öffnungsschritte drübertrauen. Diese Öffnungsschritte müssen aber begleitet sein und vertretbar sein. Zudem müssen wir immer im Hinterkopf haben, dass und das Virus vielleicht auch wieder ein nächstes Schnippchen schlagen könnte.“

Der Politik gehe es nicht darum, etwas zu erfinden, um das Leben der Menschen zu verschlechtern. „Das Virus ist der Feind“, betonte Stelzer: „Unsere oberste Aufgabe ist und bleibt es, die Gesundheit der Menschen zu schützen.“

Auch Lamprecht hält Öffnungsschritte für wahrscheinlich, es müsse aber weiter Schutzmaßnahmen geben: „Klar ist, dass Öffnungen kommen werden. Jetzt geht es um das richtige Timing, damit Öffnungen dann auch nachhaltig bleiben. Wir testen, tragen Masken, halten Abstand und vor allem impfen wir. Jeder Tag, an dem Menschen geimpft werden, vergrößert unseren Sicherheitspolster im Fall von Öffnungen.“

„Auch mir schreiten die Impfungen zu langsam voran“, sagte Stelzer: „Aber klar ist auch: Das gemeinsame Auftreten als EU beim Einkauf macht Sinn, sonst hätten wir wohl nicht einmal die derzeitigen Mengen.“

Die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Home-Schooling kann der Landeshauptmann nachvollziehen: „Ich habe riesengroßen Respekt vor den gemeinsamen Anstrengungen von Kindern, Eltern und Lehrern im Homeschooling. Davor, was sie gemeinsam bei all den Herausforderungen vorangebracht haben.“

Mut machten Lamprechts Äußerungen zu den Folgen einer Corona-Erkrankung: „Die Langzeitfolgen einer Coronainfektion sind natürlich noch nicht gänzlich erforscht, dafür war einfach die Zeit zu kurz. Eines kann man aber schon sagen: Bei 10 Prozent der Menschen mit einem schweren Verlauf stellen sich länger dauernde Beeinträchtigungen ein wie Müdigkeit, Atemnot, depressive Verstimmungen. Aber, und das ist die gute Nachricht, in den allermeisten dieser Fälle bilden sich die Beeinträchtigungen nach spätestens 3-6 Monaten zurück.“

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