Über Pfingsten sind Urlaubshotels in OÖ gut gebucht

Die aktuelle Buchungslage der Beherbergungsbetriebe in Oberösterreich nach dem Lockdown ist durchwachsen. Urlaubshotels sind zumindest über die Pfingstfeiertage recht gefragt. Schlecht sieht es für Businesshotels aus. Berghütten sowie Thermen wiederum sind begehrt, ergab ein Rundruf der APA.

Ungefähr 30 Prozent der oberösterreichischen Hotels haben vorerst noch gar nicht offen, sagte Hotellerie-Fachgruppenobmann Gerold Royda, bei den anderen sei die Buchungslage sehr unterschiedlich: „Die Stadthotellerie ist total erledigt“, diese habe wohl derzeit ein Minus von 90 Prozent. Seminarreisen fänden praktisch gar nicht statt, auch der restliche Geschäftstourismus sei „sehr überschaubar“.

Besser sei die Situation bei den Wellnesshotels, die über Pfingsten ganz gut gebucht seien, unter der Woche sehe es allerdings noch anders aus. Die klassischen Gasthöfe mit 25 Fremdenzimmern seien ebenfalls im Vorteil – auch, weil sie jetzt wieder Hochzeitsgesellschaften beherbergen können.

Ein großes Haus mit 200 Betten trage hingegen viel mehr Risiko und habe größere Fixkosten. Klassische Ausflugshotels würden normalerweise eher kurzfristig gebucht, daher könne man noch nicht sagen, wie sich das Geschäft hier entwickeln wird. Unter dem Strich erwartet Royda aber ein Minus von 40 bis 50 Prozent für heuer.

Wesentlich für viele Hotels ist auch die Frage der Grenzöffnung: Viele Hotels in Oberösterreich würden vom Durchreiseverkehr aus nördlichen Ländern in den Süden profitieren, sagte Royda. Und während die Mühlviertler Hotels, die meist österreichische Gäste beherbergen, gut gebucht seien, würden vor allem im Salzkammergut „alle auf die deutschen Gäste warten“.

Über Pfingsten sei die Buchungslage aber auch im Salzkammergut nicht schlecht. Diesen Eindruck gewann Tourismuslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) bei einem Rundruf in Beherbergungsbetrieben. Überraschend gut seien die Zahlen für die Thermen-Hotels. Diese seien zu 70 Prozent gebucht.

Viele Hotels kämpfen derzeit noch mit strukturellen Umstellungen, etwa beim Frühstücksbuffet: Manche stellen auf Bedienung um, andere lassen Selbstbedienung mit Hygieneauflagen zu, wie etwa Monika Wenger vom Seehotel Grüner Baum in Hallstatt berichtete: „Die Gäste dürfen nur einzeln zum Buffet gehen“. Allerdings sei „das Urlaubsfeeling massiv eingeschränkt“, wenn man mit Maske zum Buffet gehen müsse, fand Royda. Insgesamt bedeuten die Umstellungen meist: mehr Personalbedarf bei weniger Umsatz.

Gut gebucht – wie immer – sind hingegen die Hütten in Oberösterreich. „Die Nachfrage ist sehr groß, wie sonst auch wurde langfristig reserviert“, berichtete der Vorsitzende des Alpenvereins Oberösterreich, Thomas Poltura, der APA. Man habe nun eher das Problem, wie man die Reservierungen auf das erlaubte Maß an Gästen reduziert. Denn in den Schlafräumen gelten neue Abstandsregeln, wobei viele Hüttenwirte mit Zwischentrennwänden für eine rentable Belegung sorgen. Deutlich weniger Gäste bedeute Einbußen für den Alpenverein, dem die Erlöse aus den Nächtigungen zustehen, die Konsumation darf der Wirt auf sein Konto buchen.

Die rund 20 Schutzhütten in Oberösterreich sind geöffnet, ein Selbstversorgerhaus ist gesperrt und zwei weitere überlegen noch, ob sie aufsperren wollen. Poltura schätzt, dass österreichweit rund drei Viertel der Hütten geöffnet werden. Die anderen scheuen das Risiko, falls eine Ansteckung auftaucht, denn normalerweise sei niemand vor Ort.

„Bei manchen wird am Wochenende jemand ehrenamtlich dort sein und Getränke ausgeben“, kündigte Poltura an. Wenn Nächtigungen zugelassen werden, sind nun neue Auflagen zu erfüllen. Es werden mehr Informationen über die Gäste benötigt und Hygieneregeln sind zu beachten, etwa dass jeder Besucher seinen eigenen Schlafsack mitbringen muss.

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