Über Selbstvertrauen und ein „Ja“

„Rosas Hochzeit“ im Kino: Charmante Komödie ohne Ecken

Candela Pena als Rosa — und das Kleid der Kleider?
Candela Pena als Rosa — und das Kleid der Kleider? © Polyfilm

Es gibt sie in jedem Unternehmen, diese wunderbaren Menschen, die ihr Handwerk beherrschen, sich vor der Arbeit nicht drücken, Verantwortung übernehmen und Initiative ergreifen. Und dann gibt es jene, die auf deren Rücken dahin reiten.

Rosa steht zwischen Unmengen von Kleidern, weiß über jedes Bescheid, neben den Textilien umringt sie Menschliches, jeder braucht Rosas Hilfe, jeder verlässt sich auf sie, jeder zerrt an ihr.

Rosa ist Schneiderin, arbeitet beim Film, findet im Fundus jedes Teil und jeder, der Arbeit hat, findet Rosa. Doch die will sich selbst finden.

Die Idee für „Rosas Hochzeit“ kam Iciar Bollain beim Lesen eines Artikels über Selbsthochzeiten in Japan. Gemeinsam mit Alicia Luna entstand ein feinsinniges Drehbuch, das mit Witz, Charme und viel spanischem Lebensgefühl die Geschichte einer Frau erzählt, die nicht aus Einsamkeit, Gram oder übersteigertem Egoismus „Ja“ zu sich selbst sagen will.

„Ja“ sagt man nur zu jemanden, dem man tiefes Vertraue entgegenbringt — und wer eignet sich da besser, als man selbst? Rosas Familie hat Zweifel an so großem Selbstvertrauen und da poppt so manches Klischee auf, erst recht, als die Gäste anrücken, um am Strand einer klassischen Eheschließung beizuwohnen.

Bollain hat sich für einen komödiantischen Ansatz entschieden, um diesem häufiger werdenden Phänomen näher zu kommen. Das unterhält gut, lässt jedoch manche Ecke und Kante aus.

Von Mariella Moshammer

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