“Überlebensinstinkt” rettet Hamilton Sieg nach Reifenpanne

Nach einer Schrecksekunde schaltete sich bei Lewis Hamilton der “Überlebensinstinkt” ein. Trotz eines Defekts am linken Vorderreifens seines Mercedes in der letzten Runde des GP von Großbritannien in Silverstone rettete der Engländer seinen siebenten Heimsieg ins Ziel. “Ich glaube nicht, dass ich schon einmal ein Rennen auf drei Reifen gewonnen habe”, meinte der erleichterte Champion.

Hamilton und sein Teamkollege Valtteri Bottas schienen einem sicheren Doppelsieg entgegenzusteuern, doch kaputte Reifen spielten dem Rennstall von Teamchef Toto Wolff beinahe noch einen Streich. Der Finne verlor wegen des Defekts viel Zeit und blieb als Elfter ohne Punkt, der sechsfache Champion schaffte es aber gerade noch vor Max Verstappen ins Ziel und baute seine WM-Führung mit dem dritten Erfolg in der Serie und dem insgesamt 87. auf 30 Punkte vor Bottas aus.

“Als ich den Schaden realisierte, ging es mir schlecht. In der Hitze des Gefechts schoss das Adrenalin ein, aber ich denke, der Überlebensinstinkt kam hervor. Es gelang mir, ruhig zu bleiben und zu versuchen, das Ding nach Hause zu bringen”, schilderte Hamilton die dramatischen Szenen.

Verstappen hatte nach dem Rückfall von Bottas entschieden, mit neuen Reifen einen Angriff auf die schnellste Runde und den Zusatzpunkt zu starten. 31 Sekunden lag der Niederländer hinter Hamilton, doch nach dessen Reifendefekt reduzierte sich der Rückstand von Meter zu Meter. “Ich hörte im Funk, dass Max verrückt schnell aufholte”, sagte der 35-Jährige, dessen Renningenieur Peter Bonnington die Sekunden des verbleibenden Vorsprungs herunterzählte. “Ich höre sieben, sechs, fünf – und habe es gerade noch geschafft.” Der Schaden habe sich überhaupt nicht abgezeichnet, das Team müsse die Ursache suchen, erklärte der sechsfache Champion.

Red-Bull-Pilot Verstappen war am Ende auch mit dem zweiten Platz zufrieden. “Ich weiß, dass jeder sagen wird, dass wir gewinnen hätten können, wenn wir nicht für weiche Reifen an die Box gekommen wären. Aber könnte, würde, sollte… Im Nachhinein kann man diese Fragen immer stellen”, merkte Verstappen nach dem dritten Podestplatz der Saison an.

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Mercedes habe den Sieg verdient, er trauere dem nicht nach, betonte der 22-Jährige. “Ich glaube, wir haben mit dem Boxenstopp für die schnellste Runde die richtige Entscheidung getroffen. Wer weiß, ob wir sonst nicht auch einen Defekt gehabt hätten.” Die Mercedes-Piloten seien in Silverstone schneller als die Konkurrenz gewesen. “Manche sagen, Lewis hat Glück gehabt, aber er hatte eigentlich Pech, weil er als Führender Defekt hatte und das hatte Bottas auch.”

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